Richie Williams fehlt Phoenix Hagen schon in Ulm

Der erste Spieler verlässt den Basketball-Bundesligisten Phoenix Hagen: Richie Williams fehlt schon in Ulm. Auf den Guard-Positionen wird es eng.

Hagen. Am letzten Samstag war ihm erst das Comeback nach längerer Pause geglückt, nun verlässt er den Verein als erster Spieler: US-Spielmacher Richie Williams wechselt sofort zu ProA-Ligist RheinStars Köln, steht Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen damit schon am Samstag im Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten ratiopharm Ulm (18 Uhr) nicht mehr zur Verfügung. „Richie hat sich gestern verabschiedet“, sagte Trainer Ingo Freyer, in dessen Team es damit auf den Guard-Positionen eng wird. Denn auch der Einsatz von Youngster Pascal Zahner-Gothen ist nach einer im Training erlittenen Handverletzung äußerst fraglich.

Dass der erste Abgang kommen würde, nachdem Phoenix den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt hat, war allen im Umfeld klar. Eher überrascht, dass man noch vier Spiele mit dem bisherigen Kader bestreiten konnte. Und dass nun als erster Phoenix-Akteur Williams geht, der sich am vierten Spieltag in Vechta einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte und fünf Wochen fehlte. „In unserem Spiel gegen Tübingen konnte man sehen, dass er wieder fit ist“, sagt Freyer, „aus Kölner Sicht macht das Sinn, Williams war in der 2, Bundesliga ein dominanter Spieler.“ In dieser Woche, so Geschäftsführer Patrick Seidel, sei die offizielle Anfrage der RheinStars gekommen. Angesichts der notwendigen Kostenreduzierung (Seidel: „Williams war fünf, sechs Wochen draußen und hatte nur bedingt sportlichen Einfluss auf die Mannschaft“) passte der Wechsel auch den Hagenern. Eine Handhabe dagegen hätte Phoenix ohnehin nicht gehabt, da Williams’ Gehalt - wie das der Teamkollegen Trent Plaisted, Owen Klassen und David Bell - nicht von dem auf 6200 Euro brutto begrenzten Insolvenzgeld gedeckt wird.

Einen weiteren Abgang erwartet Seidel zumindest kurzfristig nicht, die Reise nach Ulm soll am Freitag mit diesem Trio beginnen. „Das ist zumindest der Plan“, sagte der Geschäftsführer. Vorbehaltlich einer Absprache mit den Insolvenzberatern aus dem Hause Andres und der Liga werde man sich zudem wahrscheinlich in der nächsten Woche um einen Williams-Ersatz kümmern können. Nachverpflichtungen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Mannschaft zu erhalten, sind grundsätzlich möglich, wenn Phoenix dennoch eine Kosteneinsparung nachweisen kann.

In Ulm am Samstag werden die Hagener auf jeden Fall geschwächt auflaufen. Denn Owen Klassen konnte wegen seiner Rückenprobleme weiterhin nicht trainieren, sein Einsatz ist ausgesprochen fraglich. Zusätzlich erlitt auch Pascal Zahner-Gothen im Training eine Verletzung der Knorpel-Band-Struktur im rechten Handgelenk, fällt möglicherweise aus. Immerhin ergab das MRT, so Teamarzt Dr. Helmut Queckenstedt, dass keine Operation notwendig wird. Fehlen wird darüber hinaus wegen einer fiebrigen Grippe Doppellizenzler Julian Jasinski. „Ganz abgesehen von den übrigen Problemen haben wir aber auch ein ungeheures Verletzungspech in dieser Saison“, bedauerte Seidel, „noch nicht in einem Spiel stand der komplette Kader zur Verfügung.“

Acht Spieler im Training

Auch im Training hatte Freyer so zuletzt nur acht Akteure zur Verfügung, suboptimale Bedingungen also vor dem Gastspiel bei Vizemeister Ulm. Von Schadensbegrenzung will der Phoenix-Coach beim Auftritt des sieglosen Schlusslichts beim noch ungeschlagenen Tabellenzweiten und ersten Bamberg-Jäger um Nationalspieler Per Günther dennoch nicht sprechen. „Wir gehen immer ins Spiel, um das Bestmögliche zu erreichen“, sagte er, „als Profi hast du ja ohnehin kein Mitspracherecht, wie die Umstände sind.“

 
 

EURE FAVORITEN