Phoenix Hagen geht verstärkt ins Duell mit dem FC Bayern

Im Duell gegen Bayerns Nihad Djedovic (links) muss sich Phoenix-Kapitän David Bell bewähren, Hilfe erhält er nach  einer Verletzungspause wieder von Owen Klassen.
Im Duell gegen Bayerns Nihad Djedovic (links) muss sich Phoenix-Kapitän David Bell bewähren, Hilfe erhält er nach einer Verletzungspause wieder von Owen Klassen.
Foto: Jörg Laube

Hagen. Aderlass ist Ingo Freyer in den letzten Wochen gewohnt. Wegen Verletzungen und Krankheiten sowieso, auch weitere Abgängen nach Richie Williams kalkuliert er stets ein. Umso überraschter war der Coach von Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen, als er am Mittwoch gleich zwölf Spieler zur Übungsarbeit begrüßen konnte - ein völlig ungewohntes Trainingsgefühl.

Was ihn hoffen lässt, dass sein wieder verstärktes Team am Samstag gegen den Titelkandidaten FC Bayern München (18 Uhr, Arena am Ischeland) nicht eine ähnliche Abfuhr wie zuletzt in Ulm erleidet. „Vielleicht wachsen wir über uns hinaus und haben eine Chance - wie zuletzt in Berlin“, bleibt der Trainer des sieglosen Schlusslichts optimistisch.

Die zuletzt fehlenden Owen Klassen, Pascal Zahner-Gothen und Julian Jasinski sind bei Phoenix wieder ins Training eingestiegen, mit ihnen könnte der gebeutelte Tabellenletzte eine tiefere Rotation aufbieten. Gerade der kanadische Center Klassen wurde nach seiner Rückenverletzung arg vermisst. „Owen gibt uns gerade in Sachen Rebounds und Athletik viel“, hofft Freyer, auch die Youngster Zahner-Gothen und Jasinski sollen wieder einsatzfähig sein. Auch um mehr Alternativen als beim bitteren 64:116 in Ulm zu haben. „Es ist ja nicht so, dass da alle in Normalform waren“, denkt Freyer zurück, „zwei, drei Ausfälle hatten wir in Ulm, sie mussten trotzdem spielen.“ Gegenüber der Achter-Rotation bei der zehnten Saisonniederlage ist Phoenix am Samstag zumindest nominell breiter aufgestellt, auch wenn man weiter nur über fünf Importkräfte verfügt.

Djordjevic-Team bewies Stärke

Zwölf Spieler hat auch Gegner FC Bayern, die allerdings durchweg auf Top-Niveau. „Sie verfügen wohl über noch mehr Tiefe als im Vorjahr“, glaubt Freyer. Erst am Mittwoch bewies das nun von Aleksandar Djordjevic gecoachte Team seine Stärke, mit dem 90:79-Sieg im spanischen Murcia sicherten sich die Münchener vorzeitig den Einzug in die nächste EuroCup-Runde. Direkt von dort aus reist der FCB am heutigen Freitag weiter nach Hagen, wo er als einziger Erstligist noch nie verlor. Zehn Duelle lieferten sich Phoenix und die Bayern, stets siegte der Favorit.

Auch im elften Aufeinandertreffen sind die Münchner klar favorisiert. Bryce Taylor, Nihad Djedovic, Anton Gavel und Alex Renfroe sind auf den Guard-Positionen geblieben, als insgesamt siebter Importspieler stieß kürzlich Nick Johnson - früher bei den Houston Rockets in der NBA - dazu.

Mit Redding und King auf den Flügeln

Weitgehend neu besetzt sind die Gäste auf den größeren Positionen. Die früheren Berliner Reggie Redding und Alex King sowie Vladimir Lucic (Valencia) besetzen den Flügel, unter dem Korb kamen Danilo Barthel aus Frankfurt, US-Center Devin Booker (Chalon) und 2,17-m-Tscheche Ondrej Balvin (Sevilla).

Nur Nationalspieler Maxi Kleber, in Murcia mit 20 Punkten bester Münchner, spielte auch im Vorjahr schon bei den Bayern. Ein Star-Ensemble, das eine größere Kulisse anlockt, der Karten-Vorverkauf lief deutlich besser als bei allen bisherigen Phoenix-Heimspielen. Und eine ganz kleine Chance sieht Freyer auch: „Es macht ja keinem bei uns Spaß, jedes Spiel zu verlieren.“

 
 

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