Phoenix Hagen schenkt auch TBB Trier zwei Punkte

Todd Brownwar erneut Phoenix-Topscorer mit 20 Punkten, überzeugte jedoch nur bedingt.
Todd Brownwar erneut Phoenix-Topscorer mit 20 Punkten, überzeugte jedoch nur bedingt.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Phoenix Hagen lieferte gegen den Basketball-Bundesliga-Konkurrenten TBB Trier ein enttäuschendes Spiel - und wurde von den Fans ausgepfiffen.

Hagen.. Als Ingo Freyer und Henrik Rödl im kleinen Presseraum der Enervie Arena Platz nahmen, war aus der Halle noch eine Menge Lärm zu hören. Eine Schar von knapp 70 Fans schlug auf Trommeln, sang und klatschte unentwegt. Doch es waren nicht die Anhänger von Phoenix Hagen, die ihr Team feierten, es waren die von Basketball-Bundesliga-Konkurrent TBB Trier. Und als der Gäste-Trainer den 77:70 (34:44)-Sieg seines so gut wie abgestiegenen Teams analysierte, hörten sich die Klänge der Fans wie ein Rhythmus an, zu dem Rödl stolz und bewegt sprach. „Wir hatten zuletzt nicht viel zu lachen, da tut so ein Sieg gut. Wir haben gut gespielt, ich bin stolz auf mein Team, das hart gearbeitet hat.“

Die Phoenix-Fans hingegen quittierten den Auftritt ihrer Schützlinge mit gellenden Pfiffen - wenn sie die Halle nicht schon vorzeitig verlassen hatten. Man hatte zu Hause verloren. Mal wieder. Man hatte zur Halbzeit deutlich geführt, den Vorsprung im zweiten Durchgang schnell verspielt. Mal wieder. „Wir konnten unser Spiel nicht durchsetzen, hatten keine Ballgewinne und Schnellangriffe. Trier hat uns ins Setplay gezwungen, damit hatten wir Probleme“, erklärte Ingo Freyer die Niederlage. „Uns fehlte am Ende einfach die Qualität, ohne David Bell hatten wir nur fünf Ausländer. Wobei man Zamal Nixon seit etlichen Spielen nicht mehr als Importspieler zählen kann.“

Furoser Auftakt durch Phoenix Hagen

Dabei gelang den Gastgebern ein furioser Auftakt. Nicht mal acht Sekunden waren gespielt, da streute Niklas Geske den ersten Dreier zum 3:0 ein. Seine Mitspieler agierten ebenfalls mit Schnelligkeit und Spielwitz, 12:3 (3.) stand es nach einem Distanzwurf von Larry Gordon, ehe Rödl zur Auszeit bat. Trier fand nun immer besser ins Spiel und löste Hagens aggressives Doppeln des Spielaufbaus mit präzisen Pässen. Nach einem Dreier des treffsicheren Trierer Topscorers Jermaine Bucknor zum 14:10 (7.) war der Gast wieder in Schlagdistanz. Das Spiel war nun ausgeglichen, Phoenix ging mit einer 20:16-Führung in die erste Viertelpause.

Den besseren Start erwischten die Gastgeber auch im zweiten Abschnitt. Nach fünf Punkten in Folge des wurffreudigen Todd Brown zog Phoenix wieder auf acht Punkte davon (30:22/14.). Die Hausherren spielten selbstsicher und aggressiv, doch Trier hielt sich trotz mit Offensivrebounds und einem gut aufgelegten Bucknor im Spiel. Dass Phoenix nach einem Sprungwurf von Larry Gordon zur Pause zweistellig in Front lag, hatte indes auch viel mit Triers miserabler Feld-Wurfquote von 36 Prozent zu tun.

Phoenix verlor die Kontrolle - erneut

Diesmal sollte der Gegner das Spiel nach der Pause bloß nicht drehen, so wie es vor knapp zwei Wochen gegen den MBC geschah. Aber Phoenix gelang es auch diesmal nicht, die Kontrolle zu behalten. Beim 46:40 durch Mathis Mönninghoff war Trier schon gefährlich nahe dran, nach einem Treffer von Laurynas Samenas betrug der Vorsprung nur noch zwei Punkte. Dino Gregory und Todd Brown beruhigten nun mit ihren Würfen zum 59:52 den Hagener Anhang ein wenig.

Doch die Fehler der Gastgeber häuften sich immer mehr, Pässe flogen ins Aus, die 24-Sekunden-Angriffszeit wurde ausgereizt. Und damit kam immer mehr Unruhe ins Hagener Spiel. Symptomatisch dafür: Ein vergebener Dunking von Keith Ramsey. Im Gegenzug glich Triers Adin Vrabac aus (61:61/34.), wenig später erzielte Stefan Schmidt die erste Gäste-Führung. Phoenix zitterte und grübelte, Trier spielte geduldig und klug - so wie es Henrik Rödl von seinen Spielern immer verlangt. „Wir haben dann zu viel gepasst und gute Würfe nicht genommen“, ärgerte sich Freyer.

Ein Dreier brachte die Entscheidung

Ein Dreier von Ricky Harris zum 64:71 brachte 100 Sekunden vor dem Ende die Entscheidung. Die Phoenix-Fans machten ihren Unmut mit Pfiffen deutlich. „Ich kann den Ärger nachvollziehen, aber wir haben unser Saisonziel erreicht“, sagte Aufbauspieler Jonas Grof.

Nette Worte für die Hagener gab es dann aber noch. Und zwar von Henrik Rödl. „Es sind immer komische Spiele gegen Hagen. Wir haben großen Respekt voreinander“, sagte Triers Trainer und fügte an: „Es ist stark, dass Hagen und Trier mit den beschränkten Möglichkeiten seit Jahren in der Liga geblieben sind. Schade für uns, dass es vorerst wahrscheinlich kein weiteres Spiel gegen Hagen geben wird.“

Phoenix Hagen: Brown (20, 3/10 Drei-Punkt-Würfe, 5/5 Freiwürfe), Gordon (18, 2/7 Dreier), Gregory (14, 9 Rebounds, 7/ 8 Zwei-Punkt-Würfe), Bleck (6, 0/2 Dreier), Nixon (5), Geske (5), Ramsey (2, 5 Assists), Keßen, Krume, Igbavboa, Tolaj, Grof.

TBB Trier: Bucknor (19, 3/4 Dreier, 78 Prozent Feldwurfquote), Harris (13, 1/7 Dreier), Anderson (12, 2/3 Dreier), Lukovic (10, 7 Rebounds, 5 Assists), Vrabac (3), Schmidt (4, 10 Rebounds), Mönninghoff (4), Samenas (4, 0/3 Dreier), Kramer (4), Fritzen.

Spielviertel: 20:16, 24:18, 15:20, 11:23.

Teamstatistik: 46:46 % Wurfquote, 7/25:7/22 Dreier, 7/11:10/13 Freiwürfe, 34:38 Rebounds, 16:18 Assists, 4:6 Ballgewinne, 12:9 Ballverluste, 2:1 Blocks. - Zuschauer: 3026.

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