Phoenix Hagen muss als Team den Ausfall im Aufbau kompensieren

Phoenix-Youngster Jonas Grof (rechts) ist gegen die Gießener um Spielmacher Cameron Wells nach dem Ausfall von Richie Williams besonders gefordert.
Phoenix-Youngster Jonas Grof (rechts) ist gegen die Gießener um Spielmacher Cameron Wells nach dem Ausfall von Richie Williams besonders gefordert.
Foto: Jörg Laube

Hagen.. Die Ansage hatte programmatischen Charakter. Taktik hin, verletzte Spieler her, einen Aspekt strich Trainer Ingo Freyer vor dem Heimspiel des nach vier Spieltagen noch sieglosen Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen gegen die Gießen 46ers (Samstag, 18 Uhr, Arena am Ischeland) besonders hervor.

„Vor allem müssen wir kämpfen“, betonte Freyer also, meinte damit natürlich in erster Linie die Akteure auf dem Parkett: „Aber auch die Fans müssen uns in allen Phasen unterstützen, das gehört jetzt einfach dazu.“ Und zumindest ein Comeback könnte den Gastgebern helfen, auch wenn es sich nicht um einen Aufbauspieler handelt: Maskottchen Felix wird - mit neuem Kostüm - die Zuschauer am Ischeland wieder zur Phoenix-Unterstützung animieren.

Williams und Dunbar fehlen

Die Voraussetzungen könnten günstiger sein, das ist seit Wochenbeginn klar. Mit Spielmacher Richie Williams, der wegen eines Muskelfaserrisses sechs Wochen pausieren muss, und Jeremy Dunbar (Entzündung der Wirbelgelenke) fehlen zwei als Stammkräfte vorgesehene Akteure, personelle Entlastung ist auch nach einer Gesellschafterversammlung zur Wochenmitte angesichts der finanziell schwierigen Lage nicht in Sicht. „Wir brauchen Williams und Dunbar so schnell wie möglich zurück“, sagt Freyer deshalb, allenfalls auf den Deutsch-Amerikaner darf er aber für die nächste Woche hoffen.

Über einen längeren Zeitraum könne man solche Ausfälle kaum kompensieren, gegen Gießen sollen es im Aufbau statt Williams der Routinier und zwei Youngster richten. „Wir spielen da mit David Bell, Jonas Grof, aber auch mit Pascal Zahner-Gothen“, kündigt der Phoenix-Coach an, dass der Doppellizenzler der BG Samstag zum Kader stößt: „Wir müssen als Team versuchen, das zu kompensieren. Dabei sind natürlich auch Akteure wie David Godbold und Chris Hass gefragt.“

Lob für Neuzugang Godbold

Neuzugang Godbold, der in Vechta ohne vorheriges Training für Phoenix debütierte, integriere sich - so Freyer - gut. „Basketball-spezifische Kondition braucht er natürlich noch“, sagt der Coach, „aber er lebt nicht so von seiner Athletik, sondern von seiner Erfahrung. Er macht einfach viele Dinge richtig und wird uns schon helfen können.“ Und Hass konnte mit seinen 21 Punkten in Vechta erstmals sein Potenzial andeuten. Neben Zahner-Gothen stößt zudem mit Julian Jasinski (Schwelm) ein weiterer zuletzt fehlender Doppellizenzler zum Aufgebot.

Vorteile gegenüber den mit zwei Siegen und zwei Niederlagen gestarteten Gießenern könnte Phoenix mit Trent Plaisted und Owen Klassen unter den Körben haben. Dort haben die Hessen mit den nur jeweils zehn Minuten im Schnitt spielenden Maurice Pluskota (2,08 m) und Benjamin Lischka (2,04 m) nur zwei Akteure mit Gardemaß, ansonsten setzt Trainer Denis Wucherer dort auf die beweglicheren US-Forwards Thomas Scrubb, Dwayne Evans und Justin Sears.

Gießen kommt mit Völler-Sohn

Nach starker erster Saison musste der Vorjahres-Aufsteiger sein Team stark umbauen, neben Pluskota und Lischka ist nur US-Spielmacher Cameron Wells geblieben. Landsmann Skyler Bowlin, der Kanadier Jahenns Manigat, Andreas Obst und Joshiko Saibou auf den kleinen Positionen sowie Marco Völler - Sohn von Ex-Fußball-Bundestrainer Rudi Völler - komplettieren die tiefe Elfer-Rotation.

Basketball „Gießen spielt wie ein echtes Teams, das seine Stärken kennt“, hat Freyer viel Respekt vor den mit im Schnitt nur 72 Gegenpunkten defensivstarken 46ers: „Sie spielen gern mit vielen Kleinen, treten etwa mit fünf Schützen an.“ Und treffen bisher hochprozentig aus der Distanz (40,8%), ganz anders etwa als die Hagener, denen in Vechta letztlich ein verwandelter Dreier zum ersten Saisonsieg fehlte. Den will man ungeachtet der Personalsorgen am Samstag nachholen. „Natürlich ist es möglich, auch mit dem ersatzgeschwächten Team Spiele zu gewinnen“, sagt Freyer und fordert: „Wir müssen gegen Gießen einfach konsequenter auftreten.“

 
 

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