Phoenix Hagen hielt gegen FC Bayern bis ins Schlussviertel mit

Owen Klassen verlor mit Phoenix Hagen gegen Bayern München.
Owen Klassen verlor mit Phoenix Hagen gegen Bayern München.
Foto: Jörg Laube
Elftes Saisonspiel, elfte Niederlage: Phoenix Hagen gelang der Überraschungs-Coup gegen den FC Bayern nicht. Die Leistung der Hagener war okay.

Hagen. Der Überraschungs-Coup gegen den hohen Favoriten gelang nicht, natürlich nicht. Auch das elfte Spiel seit dem Saisonstart der Basketball-Bundesliga verlor Phoenix Hagen mit 77:97 (34:44) gegen den FC Bayern München, es war auch die elfte Niederlage im elften Erstliga-Auftritt gegen die Bayern. Doch die Gastgeber, bei denen mit David Bell der wichtigste Spieler erkrankt ausfiel, hielten mit bravouröser Leistung bis ins Schlussviertel mit. So dass Bayern-Coach Aleksandar Djordjevic den Hagenern vor dem Hintergrund ihrer existenzbedrohenden Situation zu ihrem Auftritt gratulierte: „Sie haben ihr Herz investiert und uns enorm gefordert.“

Mit Bell musste das Herzstück des Phoenix-Teams passen

Das Duell der etablierten Shooting-Guards und Team-Kapitäne fand nicht statt, allerdings aus höchst unterschiedlichen Gründen. Mit David Bell musste das Herzstück des Phoenix-Teams passen, ein Magen-Darm-Virus hatte den zweitbesten Scorer der Liga matt gesetzt. Bayern-Spielführer Bryce Taylor dagegen fehlte aus ganz profaner Ursache, er setzte als überzähliger siebter Importspieler aus. Das von vornherein ungleiche Duell war schon vor dem Hochball noch ein Stück ungleicher geworden.

Dafür hielten sich die Gastgeber vor 2807 Besuchern im ersten Abschnitt höchst passabel. Bis zum 6:4 durch Youngster Jonas Grof, der nach Bells Fehlen und dem Abgang von Spielmacher Richie Williams das Hagener Spiel gut lenkte, lagen die Hagener vorn, erst danach konnte sich der Favorit bis zum 6:11 (5. Minute) absetzen. Wobei die Gäste meist von der Freiwurflinie zum Erfolg kamen, 16 der ersten 24 Punkte erzielten sie so. Gegen die aggressive Bayern-Defensive kam Phoenix kaum zu Distanzwürfen, einzig der Weg zum Korb brachte ab und an Erfolg. Erst Adam Hess traf spät den ersten Dreier, beim 27:32 (17.) war Phoenix da noch gut im Spiel.

Und blieben es auch nach dem Wechsel lange, kam sogar noch näher heran. Als Hass Bayern-Spieler Reggie Redding blockte, im Gegenzug den Dreier traf und Grof per Fastbreak weiter zum 50:52 (25.) verkürzte, entwickelte sich die Arena am Ischeland zum Hexenkessel. Richtig lange währte dies nicht, weil die Bayern sich wieder auf 56:68 (29.) absetzten, die Stimmung auf den Rängen war dennoch prächtig. Sie blieb es, auch wenn Phoenix nach dem fünften Foul gegen Trent Plaisted (33.) nur noch mit drei Nordamerikanern weiterspielen musste. Angeführt von Owen Klassen, der sich mit Devin Booker ein hartes Duell lieferte, kämpften die Hagener weiter um jeden Ball. Allmählich ging den Gastgebern, bei denen vier Jungtalente gegen das Münchner Star-Ensemble mehr als zehn Minuten spielten, aber die Kraft aus. So setzten sich die Bayern vor allem dank der abgezockten Redding und Nihad Djedovic am Ende doch noch deutlich ab. Phoenix-Coach Ingo Freyer war dennoch hochzufrieden mit dem Auftritt seines Teams: „Ich bin stolz auf jeden einzelnen, sie haben alles gegeben.“ Ob sie das noch häufiger tun können, darüber entscheidet die mit einem Sponsorentreffen am Montag beginnende nächste Woche. Da benötigen die Hagener kurzfristig weitere Geldgeber. Stand heute, so Geschäftsführer Patrick Seidel, habe man nicht ausreichend Mittel, um auch in den kommenden Monaten professionellen Basketball anzubieten.

Phoenix Hagen: Grof (10), Klassen (18), Godbold (11), Hass (13), Plaisted (7), Keßen (5), Hess (5), Dunbar (2), Jasinski (4), Zahner-Gothen (2).

FC Bayern München: Redding (19), Booker (13), Lucic (4), Gavel (2), Kleber (7), Johnson (7), Djedovic (16), King (11), Barthel (12), Balvin (4), Renfroe, Jallow (2).

 
 

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