Phoenix Hagen dürstet nach einem Heimsieg

Wer bringt am Sonntag wen ins Straucheln? David Bell (r.) tritt mit Phoenix gegen die Ludwigsburger um Spielmacher Michael Stockton an.
Wer bringt am Sonntag wen ins Straucheln? David Bell (r.) tritt mit Phoenix gegen die Ludwigsburger um Spielmacher Michael Stockton an.
Foto: Michael KLEINRENSING / WP Lokalredaktion Hagen
Basketball zur nachmittäglichen Kaffeestunde: Am Sonntag um 15 Uhr empfängt Phoenix Hagen die MHP Riesen Ludwigsburg zum Bundesliga-Duell.

Hagen.. Basketball zur nachmittäglichen Kaffeestunde, zu Brandt-Zeiten noch die Regel, bietet Phoenix Hagen den Fans nur selten. Erst die aktuelle Bundesliga-Saison mit den fest getakteten Zeiten pro Spieltag hat dies wieder im Angebot. An die letzte Schlusssirene noch am helllichten Tag haben die Phoenix-Anhänger nur die besten Erinnerungen: Am 23. November siegten die Hagener ausgesprochen überraschend bei den MHP Riesen Ludwigsburg mit 87:85. Am Sonntag kommen diese zum Rückspiel in die Enervie Arena, der Hochball erfolgt erneut um 15 Uhr.

Es kommen - unter anderem - der beste Korbjäger und der beste Rebounder der Liga. Dass die sonntäglichen Gäste nicht nur vom Namen her Riesen sind, zeigt ein Blick auf die aktuellen Bundesliga-Ranglisten. Die 19,9 Punkte im Schnitt von Ludwigsburgs DJ Kennedy - Phoenix-Kapitän David Bell folgt mit 16,9 Zählern auf Rang zwei - hat kein anderer Spieler auch nur annähernd erreicht. Was für die 9,8 Rebounds von Center Jon Brockman - wie der erst nach dem Hinspiel gegen Hagen verpflichtete Kennedy und der zuletzt nicht mehr berücksichtigte Coby Karl ein Mann mit NBA-Erfahrung - ebenso gilt. „Die Ludwigsburger leben wie wir von Aggressivität und Intensität, mit der sie spielen“, vergleicht Phoenix-Trainer Ingo Freyer, „aber sie haben nominell mehr Qualität und Tiefe im Kader. Wer einen Ex-NBA-Spieler auf der Bank lassen kann, hat genug Luxus in der Mannschaft.“ Worunter neben Karl auch Ex-Nationalcenter Chris McNaughton leidet, der fast garnicht spielt.

In der Liga schlug sich die starke Kader-Besetzung des Playoff-Teilnehmers aus der Vorsaison, bei dem noch Kerron Johnson, Michael Stockton, John Little, Shawn Huff, Patrick Flomo und Adam Waleskowski zur engeren Rotation zählen, zuletzt in bemerkenswerten Ergebnissen nieder. Im 98:76-Coup in Oldenburg etwa oder am letzten Sonntag beim 67:55-Heimsieg gegen Alba Berlin. Ungeachtet dessen würden die Gastgeber den Hinspiel-Erfolg gern wiederholen, auch wenn dies daheim gegen Ulm und Quakenbrück in ähnlicher Konstellation nicht gelang. „Wir müssen noch ein paar Spiele gewinnen“, weiß Freyer, während Geschäftsführer Oliver Herkelmann auch die Fans am Ischeland im Blick hat: „Die Leute dürsten nach Heimsiegen, unsere Spieler auch.“ Dazu benötige man mehr Spieler als zuletzt in Bremerhaven, die das Spiel an sich reißen wollen und nicht abwarten, ob das Spiel zu ihnen komme. Grundsätzlich, so Herkelmann, sei Phoenix ja gerade gegen vermeintlich stärkere Gegner heimstark: „Nur nicht in diesem Jahr. Aber ich glaube nicht, dass das komplett verschüttet ist.“

Merlins bleiben bei Einspruch

Auch zwei Monate nach dem Phoenix-Heimspiel gegen die Crailsheim Merlins, zu dem der Aufsteiger es nicht rechtzeitig geschafft hatte, steht noch nicht endgültig fest, ob es bei der Spielwertung (40:0 für Hagen) und einer damit verbundenen Zahlungsverpflichtung der Merlins von 50 000 Euro an Phoenix bleibt. Ihre Berufung, die die Crailsheimer gegen die Wertung beim Schiedsgericht der Liga eingelegt hatten, haben sie nicht innerhalb der vom Schiedsgericht eingeräumten und auf Wunsch der Merlins noch einmal um eine Woche verlängerten Frist zurückgezogen. So wird es nun zu einer mündlichen Schiedsgerichts-Verhandlung kommen, an der auch Phoenix beteiligt sein wird. Ein Termin steht noch aus.

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