Ohne den Anführer muss Phoenix Hagen nach Berlin

David Bell fehlt wegen einer Ellbogen-OP.
David Bell fehlt wegen einer Ellbogen-OP.
Foto: imago
Phoenix Hagen ist der dritte Gegner für Alba Berlin binnen vier Tagen. David Bell fehlt Phoenix wegen einer Operation in der Hauptstadt.

Hagen.. Das Zittern, soviel vorneweg, beginnt bei Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen nicht erneut. Auch wenn der vom Lizenzliga-Ausschuss gegen Schlusslicht TBB Trier verhängte Punktabzug durch das Schiedsgericht revidiert und von acht auf sechs Zähler reduziert wurde. Was gleichzeitig bedeutet, dass die Hagener zumindest theoretisch den Klassenerhalt nun doch noch nicht sicher haben. „Die Wahrscheinlichkeit geht gegen Null, dass noch etwas passiert“, ist Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann vor dem schweren Auswärtsspiel am Mittwoch bei Alba Berlin (20 Uhr) indes überzeugt, dass sich das Thema Abstiegskampf nicht noch einmal stellt.

Zumal schon viel passieren müsste, damit Phoenix noch in Gefahr gerät. Nicht nur müssten die Hagener alle fünf noch ausstehenden Spiele verlieren und die aktuell zehn Punkte hinter Phoenix rangierenden Trierer gleichzeitig sämtliche ihrer fünf Partien (gegen Frankfurt, Ulm und Mitteldeutschen BC, in Hagen und Braunschweig) gewinnen. Neben den Eisbären Bremerhaven müssten zusätzlich auch die zuletzt schwächelnden Teams aus Bayreuth und Tübingen Phoenix noch überholen, würden zwei bzw. drei Siege aus drei bzw. vier Spielenbenötigen. Herkelmann: „Und bei allen ging die Formkurve zuletzt nicht nach oben.“

Allerletzte Zweifel könnten die Hagener schon am Mittwoch beseitigen, der Spielort allerdings liegt ihnen angesichts von bisher fünf glatten Niederlagen überhaupt nicht. „Wir hatten noch kein gutes Spiel in Berlin, seitdem ich hier bin“, weiß Larry Gordon. Der letzte Gast in der Berliner O2-World siegte zwar, es war aber auch der amtierende Euroleague-Champion. Und hätte Maccabi Tel Aviv vor mehr als 14 000 Zuschauern am letzten Donnerstag die Berliner nicht mit 73:64 bezwungen, hätte für das Alba-Duell gegen Phoenix an gleicher Stelle noch mühselig ein neuer Termin gefunden werden müssen. Nach dem Ausscheiden der Berliner aus der internationalen Eliteklasse aber steht für sie hier nun wieder Bundesliga-Alltag an. Und die Gäste hoffen, dass die Berliner nicht den Doppel-Frust nach Euroleague-Aus und anschließendem Verpassen des deutschen Pokalfinales an ihnen auslassen. „Vielleicht haben sie jetzt ja gerade Bock darauf, einen Gegner zu verprügeln“, sagt Herkelmann, „aber häufig fällt man nach solchen Niederlagen in ein mentales Loch.“

David Bell operiert

Dabei muss Phoenix bis Saisonende auf den Kapitän verzichten, David Bell wurde gestern erfolgreich am Ellbogen operiert. „Er ist unser Anführer“, weiß Gordon, „aber das ist auch eine gute Chance für Spieler wie Zamal Nixon und Todd Brown, sich zu steigern.“ Im Hinspiel, das Phoenix erst in der Schlussphase knapp mit 90:98 verlor, waren beide noch tragende Kräfte. Überragend bei Alba agierte damals Jamel McLean mit 33 Punkten, aber Phoenix-Coach Ingo Freyer weiß: „Berlin hat einen breit aufgestellten Kader. Sollte da einer nach den letzten Events mental nicht auf der Höhe sein, haben die noch genug starke Spieler dahinter.“ Seinem Team hat er in der Osterpause etliche Konditions-Einheiten an der frischen Luft verordnet, um es auf den Saison-Endspurt vorzubereiten. „Vom Kopf her müssten wir frisch sein“, ist Freyer überzeugt und hat zumindest ein Ziel für die letzten Spiele gesetzt: „Wir wollen den Tabellenplatz halten.“ Aktuell wäre das Rang 13.

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