Jetzt droht Phoenix der nächste Ausfall eines Stammspielers

Ob Phoenix-Trainer Ingo Freyer (links) am Samstag gegen Tübingen mit Center Owen Klassen planen kann, ist angesichts dessen aufgebrochener Rückenverletzung fraglich.
Ob Phoenix-Trainer Ingo Freyer (links) am Samstag gegen Tübingen mit Center Owen Klassen planen kann, ist angesichts dessen aufgebrochener Rückenverletzung fraglich.
Foto: Michael Kleinrensing / FUNKE Foto Services
  • Personalsorgen bei Phoenix Hagen wachsen.
  • Nach Dunbar und Williams ist auch Klassen verletzt.
  • Kein Bandscheibenvorfall, noch Hoffnung auf Einsatz am Samstag.

Hagen.  Zur Konkurrenz abgewandert ist noch kein Akteur, personell weiter geschwächt ist Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen dessen ungeachtet. Nach Jeremy Dunbar (Sprunggelenks-Verletzung) und Richie Williams (Muskelfaserriss) hat sich mit Owen Klassen nun der dritte Stammspieler verletzt. Beim kanadischen Center brach im Training eine Rückenverletzung, die er sich in seiner Zeit vor dem Engagement in Hagen zugezogen hatte, wieder auf. „Stand heute gehe ich nicht davon aus, dass uns einer der drei am Samstag helfen kann“, sagte Phoenix-Trainer Ingo Freyer. Dann empfängt sein Team um 18 Uhr die Walter Tigers Tübingen.

Zum Wochenauftakt konnte Freyer alle Phoenix-Spieler beim Training begrüßen. Zwei von ihnen, Dunbar und Williams, konnten allerdings nur eingeschränkt an der Übungsarbeit teilnehmen, mit Liga-Toprebounder Klassen musste der dritte rückenverletzt das Training abbrechen und konnte sich, so Freyer, kaum bewegen. Nach der Untersuchung per Magnetresonanztomographie konnte Mannschaftsarzt Dr. Helmut Queckenstedt immerhin einen Bandscheibenvorfall ausschließen. „Das MRT ist besser ausgefallen als nach den starken Schmerzen befürchtet“, sagte er: „Wir versuchen alles, Owen bis Samstag wieder fit zu bekommen.“ Fraglich ist Klassens Einsatz wie der von Dunbar und Spielmacher Williams, der sich vor der knappen 77:81-Niederlage in Berlin mit warmgemacht hatte, dann aber nicht einsatzfähig war. Auch für die Tübingen-Partie bleibt Freyer skeptisch: „Ich muss erstmal eine Trainingseinheit sehen, in der Richie normal spielt und sich nicht zurücknimmt.“

Dass sich sein Team nach der Stellung des Insolvenzantrags in Eigenverwaltung auch unabhängig von den Verletzungen absehbar verändern wird, davon geht Freyer aus. „Wir schaffen es noch, dass alle zusammenbleiben. Ich rechne aber nicht damit, dass wir in einem Monat noch alle zusammen sind“, sagte er nach der Berlin-Partie, man müsse von Tag zu Tag schauen. Zumal der Spielermarkt in der Liga in Bewegung ist: So verpflichteten die MHP Riesen Ludwigsburg den ehemaligen Berliner Spielmacher Cliff Hammonds aus Limoges. Und der nächste Phoenix-Gegner Tübingen trennte sich von US-Guard Anthony Myles und kündigte zeitnah die Verpflichtung eines Nachfolgers an.

Phoenix hat Termin mit der BBL vereinbart

Dass sich vor dem Spiel gegen die Tübinger keine Veränderung im Kader ergeben wird, davon geht Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel aktuell aus. Mit Restrukturierungsberater Dirk Andres wird in dieser Woche das Zahlenwerk final fixiert, mit dem man den Sanierungsweg beschreiten und in der vierten Novemberwoche bei einem Sponsorentreffen auf bisherige und potentielle Geldgeber zugehen will. Zeitnah sei zudem ein Termin mit der BBL GmbH vereinbart, deren Geschäftsführer Stefan Holz sich „irritiert“ über die Entwicklung in Hagen gezeigt hatte. Man hoffe auf Milde, sagte der seit September als Phoenix-Geschäftsführer fungierende Seidel angesichts möglicher Konsequenzen durch die Liga-Gremien und räumte ein: „Die Zahlen weichen ja stark von denen ab, die im Sommer eingereicht wurden. Am Ende liegt der Ball bei der Liga.“

 
 

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