Bonn ist für Hagen Schauplatz für verrückte Dramen

David Bell und Phoenix Hagen gastieren in Bonn. Die Vergangenheit hat gezeigt: Das NRW-Duell verspricht Spannung.
David Bell und Phoenix Hagen gastieren in Bonn. Die Vergangenheit hat gezeigt: Das NRW-Duell verspricht Spannung.
Foto: Michael Kleinrensing
Am kommenden Sonntag kommt es in der Basketball-Bundesliga zum NRW-Duell zwischen den Telekom Baskets Bonn und Phoenix Hagen. Eine Prognose zum Ausgang dieses Aufeinandertreffens ist wahrlich schwer zu treffen, wie die vergangenen Duelle immer wieder gezeigt haben.

Bonn/Hagen. Es ist das einzig verbliebene NRW-Duell in der Basketball-Bundesliga. Und es war fast nie ein Spiel wie jedes andere. Dass es erneut eine „abgedrehte Partie“ wird, erwartet fast folgerichtig Geschäftsführer Oliver Herkelmann vor dem Gastspiel von Phoenix Hagen bei den Telekom Baskets Bonn (Sonntag, 17 Uhr): „Ich kann mich nur an wenige normale Spiele gegen Bonn erinnern.“ Ein Rückblick in die gemeinsame Erstliga-Historie der Teams von Volme und Rhein zeigt, dass dies zutrifft. Und dass in den Dramen fast stets die Hagener - gern nach hoher Führung - den Kürzeren zogen.

Nicht so war es beim allerersten Bundesliga-Duell nach dem Bonner Aufstieg 1996. Vielmehr gelang Brandt Hagen am 13. Oktober diesen Jahres beim 76:74 gegen die Telekom Baskets der erste Saisonsieg (im achten Spiel). Topwerfer war ein gewisser Ingo Freyer (20), auch Herkelmann (13) und der noch junge Bernd Kruel (6) waren damals dabei. Das war’s aber auch schon für lange Zeit, vor allem in Bonns Hardtberghalle gab es stets Saures. Und daheim siegte Brandt nur noch einmal, am 3.11. 2001 bezwangen Mike Doyle (20), Bryan Christiansen (18) und Co. die Baskets mit 91:86.

In der Saison darauf begann die schon unheimliche Serie der Bonner Aufholjagden in eigener Halle. Ganz nah am Sieg war Brandt um Leon Rodgers (27) am 1.2.2003, als man ersatzgeschwächt schon mit 71:55 (33. Minute) führte, die Gastgeber aber nach 17:0-Serie und mit freundlicher Hilfe der Unparteiischen noch mit 78:76 siegten. Und sich ein Korbleger von Hagens Spielmacher Steve Ibens mit der Sirene wieder aus dem Ring herausdrehte. Es war für mehr als sechs Jahre das letzte offizielle Spiel am Hardtberg, die Partie zehn Monate später wurde nach der Brandt-Insolvenz aus den Annalen gestrichen. Dabei passte sie ins Bild: Chuck Evans (15) und Co. lagen am 29.11.2003 mit 60:46 vorn, um doch noch mit 65:67 zu verlieren.

Prügel und ein Blackout

Ein Spielverlauf, der auch die meisten Phoenix-Auftritte im neuen Telekom Dome charakterisierte. Beim ersten Gastspiel nach dem Aufstieg wurden Jonathan Kale (12) und Teamkollegen noch - ganz wie in den Anfangszeiten - mit 82:59 verprügelt (23.10.2009). Doch ein Jahr und einen Tag später lieferte die Generation Bell-Burtschi in Bonn ein irres Duell ab. Mit 59:36 führte man angeführt von Mark Dorris (29) zur Pause und ließ sich schon feiern, um dann doch hauchdünn mit 102:103 zu verlieren. Auch weil sich Eddie Seward kurz vor Schluss einen Blackout leistete und - Tapeband oder Kaugummi? - nach den Schiedsrichtern warf. Immerhin gelang im Rückspiel David Bell (22) und Co. mit 87:78 der dritte und bisher letzte Hagener Sieg.

Im Fast-Abstiegsjahr darauf gab es zweimal nichts zu holen (83:95 und 77:89), doch in der letzten Spielzeit trieben es beide Teams auf die Spitze. Daheim verspielte Phoenix einen 99:91-Vorsprung in den letzten beiden Minuten noch, verlor mit 101:103 (Bell 31). Und das letzte Gastspiel in Bonn am 3. April haben die mitgereisten 500 Hagener noch in frischer Erinnerung. Erneut führte Phoenix zur Pause klar, diesmal mit 59:39, erneut reichte das beim 95:100 nicht (Davin White 22). Und Coach Freyer befand: „Wir hatten schon einige solcher Spiele hier. Und immer hat Bonn gewonnen.“ Sonntag nimmt man den 13. Anlauf, das zu ändern.

 
 

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