BBL reagiert irritiert auf Insolvenzplan von Phoenix Hagen

David Bell liegt auf dem Boden.
David Bell liegt auf dem Boden.
Foto: Kleinrensing
  • Basketball-Liga nimmt Stellung zum geplanten Insolvenzantrag von Phoenix Hagen
  • Vier Minuspunkte für das Liga-Schlusslicht angekündigt
  • Finanzlücke für BBL „nicht nachvollziehbar und nicht mit dem Fair-Play-Gedanken vereinbar“

Hagen.. Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen will sich mit einer Planinsolvenz retten. Darüber haben die Verantwortlichen des klammen Klubs nun auch die Liga informiert. Am Dienstagvormittag nahm die easyCredit Basketball Bundesliga Stellung zu den Hagener Plänen.

Zum einen kündigte die BBL an, dass dem noch punktlosen Liga-Schlusslicht vier weitere Zähler abgezogen werden: „Sobald der schriftliche Nachweis des Insolvenzantrags bei der easyCredit BBL vorliegt, werden dem Klub Phoenix Hagen gemäß § 17 BBL-Spielordnung in der Tabelle automatisch vier positive Wertungspunkte abgezogen.“

Dass Hagener Punktekonto wird also nach fünf Partien ab demnächst vier Minuspunkte aufweisen, denn Negativeinträge sind möglich. Aus Phoenix-Sicht sicherlich das geringste Problem, denn in der Volmestadt kalkuliert man ohnehin mit dem Abstieg und einem sportlichen Neuanfang in der Pro A, der 2. Basketball-Bundesliga.

Vertrauensverhältnis auf die Probe gestellt

Sorgen dürfte schon eher machen, dass das Vertrauensverhältnis zwischen Liga und Phoenix Hagen nun auf eine Belastungsprobe gestellt wird. So zeigt sich der Geschäftsführer der easyCredit BBL, Dr. Stefan Holz, laut einer Mitteilung „über das Vorgehen und das Handeln der Phoenix-Verantwortlichen irritiert“. Holz bemerkt kritisch: „Die Zahlen, die uns im Oktober fristgerecht vorgelegt wurden, haben sich im Vergleich zu denen aus dem Juli erheblich negativ verändert. Wie es dazu kommen konnte, werden wir nun mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter aufarbeiten.“ Welche Konsequenzen sich daraus ergäben, lasse sich momentan nicht sagen.

Dass nach der vergangenen Saison, in der der Klub gegen Mitteilungspflichten verstoßen und im Zuge dessen einen Sanierungsplan vorgelegt hatte, in der Kürze der Zeit erneut ein großes Delta entstanden ist, sei, so Holz, „nicht nachvollziehbar und nicht mit dem Fair-Play-Gedanken vereinbar“. Zeitnah werden sich nun zunächst der Gutachterausschuss und dann der Lizenzligaausschuss mit den neuen Planzahlen auseinandersetzen und diese dann bewerten.

So weit die Darstellung der Liga. Den Verein, der den Spielbetrieb unbedingt fortsetzen will, drücken Altschulden in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Der sportliche Fehlstart mit fünf Niederlagen in Serie hatte zudem einen Einbruch der Zuschauerzahlen zu Folge. Auch die Sponsorenakquise gestaltet sich für Phoenix Hagen wenig überraschend schwierig.

EURE FAVORITEN