64:116! Phoenix kassiert höchste Pleite der Vereinshistorie

Phoenix-Trainer Ingo Freyer
Phoenix-Trainer Ingo Freyer
Foto: imago
Tabellenschlusslicht Phoenix Hagen bleibt weiterhin in der Basketball-Bundesliga ohne Sieg: Bei ratiopharm Ulm gab's erneut eine herbe Niederlage.

Ulm. Gewonnen hatten sie noch nicht, auswärts aber auch bisher nur mit 6,5 Punkten im Schnitt meist knapp verloren. Beim ungeschlagenen Tabellenzweiten der Basketball-Bundesliga ratiopharm Ulm konnte Phoenix Hagen diese Tendenz erwartungsgemäß nicht annähernd halten – ganz im Gegenteil. Mit nur vier Importkräften – nach dem Weggang von Spielmacher Richie Williams fiel auch Center Owen Klassen aus – verlor das Schlusslicht überdeutlich mit 64:116 (41:61). Es war die zehnte Phoenix-Schlappe in Folge – und die höchste Niederlage überhaupt in siebeneinhalb Jahren Erstliga-Zugehörigkeit.

Es war eine ungewohnte Startformation, mit der Phoenix in Ulm aufs Parkett ging. Angesichts des Williams-Abgangs und des Ausfalls von Klassen und Youngster Pascal Zahner-Gothen schickte Trainer Ingo Freyer Kapitän David Bell gemeinsam mit Jeremy Dunbar, Chris Hass, Adam Hess und Trent Plaisted ins Duell mit dem Vizemeister. Bis zum 11:9 (4. Minute) konnten die Gäste auch passabel mithalten, ehe der Favorit sich mit einer 12:0-Serie in drei Minuten erstmals absetzte. Auch weil die Hagener in dieser Phase ein unsportliches (Hess) und ein technisches Foul (Freyer) kassierte. Erst der eingewechselte Jonas Grof beendete mit einem Fastbreak-Dunking diese Schwächephase, beim 25:20 (9.) durch den verbesserten David Godbold und Bell war man wieder näher auf Tuchfühlung.

Dabei blieb es aber nicht, weil die weit strukturierter agierenden Gastgeber nach der Viertelpause auch aus der Distanz trafen. Bis zum 32:27 durch Chris Hass‘ Dreier hielt Phoenix noch gegen, dann enteilte der Favorit fast mühelos. Erst zwei Distanztreffer des jungen Joschka Ferner, dann wiederholte dies Taylor Braun – beim 50:31 (16.) bat Freyer zur Auszeit, die Distanz war erstmals sehr deutlich. Auch weil die Gäste mit ihrer Achter-Rotation von der Dreierlinie nicht so gut trafen, ihren Gegnern zu viel Platz ließen und beim Rebound klar unterlegen waren.

Phoenix-Trainer Freyer: "Waren körperlich unterlegen"

Die Partie war zur Halbzeit längst entschieden, aber Ulm kannte nun keine Gnade. Die früh aufsteckenden Hagener – nun in allen Belangen unterlegen - führte vor allem Raymar Morgan jetzt vor, auch eine zwischenzeitliche Zonendeckung half nicht. Bei Morgans 76:45 (25.) betrug die Differenz erstmals mehr als 30 Punkte, beim 90:50 (27.) durch Tim Ohlbrecht 40. Und die Hundert hatten die Gastgeber erreicht, als DaSean Butler per Dreier zum 102:59 (33.) traf. Die Gäste sehnten nur noch die Schlusssirene herbei, doch drei Sekunden davor kassierten sie noch das 116:64 durch Ulms Youngster David Krämer. Die bisher höchste Schlappe der Klubhistorie – das 62:113 vom 24. November 2012 in Oldenburg – war somit noch übertroffen. Und Coach Freyer befand: „Wenn man körperlich der anderen Mannschaft so unterlegen ist – Ulm hat ein qualitativ sehr hochwertiges Team – und wenn man dann noch die Situation dazu nimmt, in der wir stecken, dann kommt ein Spiel wie heute zustande.“

ratiopharm Ulm: Ohlbrecht 88), Günther (13), Ferner (9), Morgan (16), Tadda (7), Hobbs (2), Butler (13), Babb (16), Rubit (8), Rohwer (4), Braun (16), Krämer (4).

Phoenix Hagen: Bell (17), Hess (12), Dunbar (3), Hass (13), Keßen (4), Grof (4), Godbold (7), Plaisted (4).

 
 

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