Kompletter Saisonausfall in der NBA so gut wie besiegelt

Dem ehemaligen NBA-Star Michael Jordan (l.) gehört die Mehrheit an den Charlotte Bobcats.
Dem ehemaligen NBA-Star Michael Jordan (l.) gehört die Mehrheit an den Charlotte Bobcats.
Foto: imago
Die Spieler in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA haben das letzte Angebot der Vereinsbosse abgelehnt. Nach Worten des NBA-Geschäftsführers David Stern steht so gut wie fest, dass die Saison 2011/2012 komplett ausfällt. Die Spielergewerkschaft wird aufgelöst, die Liga verklagt.

Washington.. Wenn es hart auf hart kommt im Basketball, wenn in den letzten Minuten vor dem Abpfiff die „Crunchtime“ beginnt, sind stählerne Nerven und Übersicht gefragt. Nachdem gestern Nachmittag in New York die Sprecher der 30 NBA-Profi-Klubs und die Vertreter der Spielergerwerkschaft NBPA nach stundenlanger Sitzung auseinandergegangen waren, stand fest: der entscheidende Wurf ging daneben. Es gibt nur Verlierer. Im seit 137 Tagen tobenden Streit ums Geld haben die Spieler das letzte Angebot der Liga, das im Kern auf eine 50:50-Aufteilung der zuletzt knapp 4,3 Milliarden Dollar umfassenden Saison-Einnahmen hinausläuft, abgelehnt.

NBA wird verklagt

Stattdessen wird die Spielergewerkschaft demnächst aufgelöst und - mit Hilfe einer neuen Interessenvertretung – die NBA verklagt, kündigten Spielervertreter an. Damit steht nach Worten von Liga-Geschäftsführer David Stern so gut wie fest, dass der letzte Plan, ab 15. Dezember wenigstens eine verkürzte Saison mit jeweils 72 Spielen pro Klub zu absolvieren gescheitert ist und das milliardenschwere Unternehmen Ballzauber 2011/2012 komplett ausfällt.

Stern hatte den Korbjägern zuletzt die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder sie stimmen einem Paket zu, das im Kern auf eine 50:50-Aufteilung der Einnahmen abzielt - oder die Vereinsbosse senken ihr Angebot ab Mitte dieser Woche auf 47 Prozent herab. Ein Prozentpunkt steht für cirka 40 Millionen Dollar. Der Tarifvertrag, der am 30. Juni ausgelaufen war und seither bestreikt wird, gewährte den Spielern noch 57 % der Einnahmen. Weil mehrere kleine Vereine mit begrenzten Budgets nach eigenen Angaben tief ins Minus gerutscht waren, wollten deren Bosse, darunter der ehemalige NBA-Star Michael Jordan, dem die Mehrheit an den Charlotte Bobcats gehört, unbedingt nachbessern.

Nowitzki und Durant nach Europa?

Zu dem Reformpaket gehören etliche seit Monaten strittige Details wie Vertragslaufzeiten, Gehaltsobergrenzen und Transfer-Freiheiten. Für Spielergewerkschafts-Chef Billy Hunter und Aktiven-Sprecher Derek Fisher war der Deal „nicht annehmenbar“, weil mit einem Ultimatum verbunden. Absehbar ist nun, dass sich etliche NBA-Stars wie Dirk Nowitzki oder der bereits mit dem Bundesliga-Klub Bayreuth in Kontakt stehen Kevin Durant (Oklahoma) wohl in Europa umsehen, um doch noch einen geldwerten Vertrag zu kriegen.

 
 

EURE FAVORITEN