Bauermann übt Kritik an deutscher Sportpolitik

Der ehemalige Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann hat Kritik an der deutschen Sportpolitik geäußert und den nationalen Ballsportarten eine düstere Zukunft vorhergesagt.

Köln (SID) - Dirk Bauermann, Trainer des Basketball-Bundesligisten Bayern München und ehemaliger Bundestrainer, hat Kritik an der deutschen Sportpolitik geäußert und den nationalen Ballsportarten eine düstere Zukunft vorhergesagt. "In Zukunft wird es häufiger passieren, dass Deutschland keine Basketball-, Volleyball oder Handball-Mannschaft bei den Olympischen Spielen stellen kann. Allen dreien rennt Europa davon", sagte Bauermann dem Internetportal DerWesten.de: "Der große Unterschied liegt in der staatlichen Unterstützung. Es ist zwingend notwendig, dass wir die sportpolitischen Weichen neu stellen."

Bauermann fordert eine intensivere Jugendarbeit: "Du musst in der Breite bei den jungen Spielern eine hohe Anzahl gut ausgebildeter Trainer haben. In Frankreich gibt es auf Landesebene 150 Profitrainer. Bei uns in Deutschland sind das elf." Um international konkurrenzfähig zu sein, müsse professionelle Förderung bereits im Alter von 15, 16 Jahren beginnen. An entsprechenden Konzepten mangele es aber.

Auf Svetislav Pesic, seinen Nachfolger im Amt des Bundestrainers, sieht Bauermann viel Arbeit zukommen. "Ich glaube, dass wir eine sehr gute Generation an jungen Spielern haben. Aber der Basketball in Europa ist unglaublich stark geworden. Es wird nicht einfach, da mitzuhalten und das Niveau zu stabilisieren, auf dem die deutsche Nationalmannschaft in den letzten Jahren gespielt hat", sagt Bauermann. Insbesondere der Verlust der beiden NBA-Stars Dirk Nowitzki und Chris Kaman sei qualitativ kaum zu kompensieren.

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