Basketballer schießen gegen WADA-Code

Die umstrittenen Meldebestimmungen der WADA haben bei der Spielervereinigung SP.IN für großes Kopfschütteln gesorgt. Die Verantwortlichen haben bereits Beschwerde eingereicht.

Die deutsche Basketball-Spielervereinigung SP.IN hat beim Datenschutzbeauftragten in Bonn wegen der umstrittenen neuen Meldebestimmungen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA Beschwerde eingereicht. Damit soll geklärt werden, ob der Regularien der WADA bzw. der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA den deutschen Datenschutzbestimmungen gerecht werden.

Nach dem seit 1. Januar gültigen NADA-Code auf der Grundlage der WADA-Bestimmungen müssen ausgewählte Athleten jeweils für einen Zeitraum von drei Monaten vorab angeben, wo sie sich aufhalten. Darüberhinaus ist täglich eine Stunde zu benennen, in der der Athlet anzugeben hat, wo er in diesem Zeitraum für mögliche Dopingkontrollen anzutreffen ist. Diese Daten sind über das Internet abzugeben. Auch medizinische Daten der Athleten werden gespeichert und Dritten zugänglich gemacht.

SP.IN-Rechtsanwalt Leister: "Ernsthafte Bedenken"

"Die Sportler unterstützen natürlich generell den Kampf gegen Doping, aber es bestehen ernsthafte Bedenken dahingehend, dass die Art und Weise, wie WADA/NADA die persönlichen Daten der Sportler behandeln, nicht den nationalen und europäischen Datenschutzgesetzen entspricht", erklärte SP.IN-Rechtsanwalt Jürgen Leister.

Leister weiter: "Die EU-Arbeitsgruppe für Datenschutz hat infrage gestellt, ob die Einverständniserklärungen zur Nutzung der persönlichen Daten, die Athleten gegenüber der WADA abgeben, rechtsverbindlich sind, da dies nicht freiwillig, sondern unter der Androhung von Sanktionen geschieht."

Eine vergleichbare Beschwerde der norwegischen Fußballspielervereinigung bei der dortigen nationalen Datenschutzbehörde wurde bereits geprüft und der Standpunkt der Athleten bestätigt.

 
 

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