Warum der FC Schalke Holger Badstuber ausgeliehen hat

  • Innenverteidiger kommt für ein halbes Jahr auf Leihbasis vom FC Bayern
  • Vorher musste er sich mit den Münchenern auf eine Vertragsverlängerung einigen

Benidorm.  Schalke und Holger Badstuber – es ist der Transfer-Hammer dieses Winters. Die Königsblauen haben sich mit dem FC Bayern auf eine Leihe bis zum 30. Juni geeinigt. Der 27-Jährige wird am Donnerstag in Gelsenkirchen den Medizincheck absolvieren. „Er wird nach seiner Rückkehr aus Katar das unterschreiben, was vereinbart ist“, kündigte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel an. Zudem sagte er, dass kein weiterer Spieler geholt werde: „Wir wollten vorne und hinten etwas machen. Das haben wir getan.“

Badstuber richtete sich im sozialen Netzwerk Twitter an die Fans des Rekordmeisters. „Ich war oft gut darin, positiv nach vorne zu schauen. Das möchte ich auch jetzt tun“, schrieb er.

Nur drei Einsätze bei den Bayern

Optimismus und Kampfgeist musste der Verteidiger in seiner Karriere schließlich schon häufiger beweisen. Zwei Kreuzbandrisse, Sehnen- und Muskelrisse bremsten Badstuber aus. Er kämpfte sich immer wieder zurück. Im Februar 2016 zog er sich einen Bruch des Sprunggelenks zu. Nach seiner Rückkehr kam er unter Trainer Carlo Ancelotti nur noch zu drei Einsätzen – zu wenige für seine Ansprüche, Badstuber wollte wechseln.

Damit ihm dieser Wunsch erfüllt werden konnte, mussten bestimmte Modalitäten erfüllt werden. Denn Sportvorstand Heidel hatte gesagt: „Für uns kommt nichts anderes als eine Badstuber-Ausleihe in Frage.“ Um diese zu ermöglichen, musste der Verteidiger seinen bis Sommer laufenden Vertrag bei den Bayern verlängern. Das ist am Dienstag ebenfalls beschlossen worden. Der ehemalige deutsche Nationalspieler hat sich mit dem FC Bayern mündlich auf eine Verlängerung seines Vertrags bis 2018 verständigt. Erst mit dieser Vereinbarung war der Weg für Schalke frei. Denn die DFL-Statuten schreiben vor, dass nach Ablauf einer Leihe weiterhin eine vertragliche Bindung zwischen dem verleihenden Klub und dem Spieler bestehen muss.

Zudem musste sich Schalke auch noch mit Badstuber einig werden. Heidel hatte noch vor der Einigung mit den Bayern gesagt: „Wir machen jetzt nicht den Safe auf.“ Der Sportvorstand der Königsblauen hatte versichert, dass sich der Klub mit der Badstuber-Leihe finanziell nicht übernehmen werde.

Schließlich birgt das Geschäft für die Schalker ein besonderes Risiko. Die Kranken-Akte des 27-Jährigen ist prall gefüllt. Insgesamt fiel er bei den Bayern 1281 Tage aus. Die damit einhergehenden Bedenken teilt Heidel nicht. „50 Prozent der Leute sagen: Badstuber hat in den letzten zwei Jahren keinen Fußball gespielt. Die andere Hälfte sagt: Holger ist ein Nationalspieler, der einfach unglaublich viel Pech hatte. Zu dieser Hälfte zähle ich auch.“ Heidel ist von den Qualitäten des Abwehrrecken überzeugt: „Im Bereich Spieleröffnung ist Holger einer der Besten, die ich kenne.“

Ohne Eingewöhnungszeit

Für Heidel und Cheftrainer Markus Weinzierl ist neben der sportlichen Qualität auch elementar, dass der Neue ohne Eingewöhnungszeit sofort helfen kann. „Holger ist deutscher Spieler, ein guter Typ, er passt in die Gruppe. Man muss ihm nichts gut erklären. Bei Winter-Transfers ist so etwas oft ein Vorteil. Im Sommer ist das etwas anderes. Da hat man sechs bis acht Wochen Zeit“, erklärt Heidel.

Zum Start nach der Winterpause soll Badstuber neben dem am Montag aus Nürnberg fest verpflichteten Sturm-Arbeiter Guido Burgstaller (27/Vertrag bis 2020) königsblau tragen. Bereits am Samstag steht der Test gegen Drittligist Chemnitzer FC an. Noch ist unklar, ob Badstuber dann spielen wird. „Dafür müssten alle Formalitäten geklärt sein“, sagte Heidel.

 
 

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