Baden in blau und weiß

Vor über 100 Jahren von ein paar Schwimmbegeisterten gegründet, gehört der SV Blau-Weiß Bochum mittlerweile zu den erfolgreichsten und größten Schwimmvereinen Deutschlands.

Über 600.000 Menschen sind in Deutschland in insgesamt gut 2.200 Schwimmvereinen organisiert. Einer der größten Vereine dieses Landes ist der Schwimmverein Blau-Weiß Bochum, mit insgesamt 5.000 Mitgliedern.

Ende des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt 1896. Die Radioaktivität wird entdeckt. Das französische Automobilunternehmen Peugeot wird gegründet. Die Londoner Erfolgszeitung „Daily Mail“ erscheint zum ersten Mal.

Und Theodor Herzl veröffentlicht seine Thesen zur Gründung eines jüdischen Staates. Im selben Jahr – wenige Tage vor dem niedersächsischen Fußballverein Hannover 96 – wird der Schwimmverein Blau-Weiß Bochum von 1896 e.V. gegründet.

Einen Tag nach einem großen Schauschwimmen unter der Begleitung einer Musikkapelle, trafen am 16. März 1896 im Bochumer Stadttheater 35 Männer zusammen. Die Berichterstattung der Lokalzeitungen über das Schauschwimmen führte zu einem großen Werbeerfolg und somit zu der hohen Anzahl Interessierter nur einen Tag später.

Interessiert waren diese 35 Männer am Schwimmen und der Gründung eines Schwimmvereins. Obwohl die offizielle Gründungsversammlung erst zwei Tage später stattfand, ist dieser 16. März 1896 zu Recht als Geburtsstunde von Blau-Weiß Bochum zu bezeichnen.

Als Hauptstützpunkt diente das zwei Jahre vor Vereinsgründung von der Stadt Bochum errichtete Marienbad. Diesem war es auch zu verdanken, dass die jungen Bochumer ihre ersten Schwimmkünste nicht mehr wild in der Ruhr unternehmen mussten. Zwischen den beiden Weltkriegen feierte der Verein viele Erfolge und gab seinen Mitgliedern in dieser schweren Zeit einen festen Halt.

Da das Marienbad im zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört wurde, entschied man sich ein neues, diesmal vereinseigenes Freibad zu errichten.

Nach viel Arbeit und großer Müh mit behördlichen Genehmigungen, kommunalpolitischen Absicherungen, Planung und Ausbau, wurde um 1950 herum endlich das neue Becken errichtet. Da die Ausmaße von 25m x 15m die Mitglieder nicht wirklich zufrieden stellten, wurde spontan und über Nacht entschieden, die Länge des Beckens einfach zu verdoppeln. Das hatte zur Folge, dass auch der Finanzierungsplan noch mal durchdacht werden musste. Wegen der nun höheren Ausgaben waren einige Vieraugengespräche mit den Kreditgebern nötig, um am Ende tatsächlich ein 50m x 15m langes Becken sein eigen zu nennen.

Fast drei Jahrzehnte lang feierte der Verein nun massenhaft Erfolge im eigenen Schwimmbad mit echtem Heimvorteil. Ende der 70er Jahre wurde das Bad erneuert und ein neues, nun 50m x 25m großes Becken errichtet. Die Erfolge blieben. Die Schwimmer von Blau-Weiß nahmen und nehmen erfolgreich an den Wettkämpfen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) teil.

Besonderes Aushängeschild in jüngerer Vergangenheit war und ist die Damen-Wasserballmannschaft des Bochumer Schwimmvereins. Das Frauen-Erfolgsteam gewann alle Deutschen Meisterschaften seit 2000 und sicherte sich zusätzlich zwischen 2002 und 2006 auch noch fünf Mal in Folge das Double, also Meisterschaft plus Pokal. Aber Blau-Weiß Bochum weiß mittlerweile auch in ganz anderen Bereichen zu überraschen.

Seit knapp zwei Jahren gibt es auch eine Triathlon-Abteilung und prompt stellte der Verein noch im selben Jahr den besten deutschen Teilnehmer beim Ironman Australien. Die Blau-Weißen aus Bochum setzen also ihre Erfolgsgeschichte fort. Und das nun schon seit 102 Jahren.

 
 

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