Auf dem Weg zurück in die Heimat

Köln..  Alexander Sulzer ist ein Typ, der auffällt. Auf den ersten Blick sind es seine feuerroten Haare, die ins Auge stechen. Wer ihm aber gegenüber steht, erkennt ein ganz besonderes Merkmal: zwei unterschiedliche Augenfarben. Woher das kommt? „Das müssen Sie schon meine Eltern fragen“, sagt der Eishockey-Profi und lacht.

Der Nationalspieler macht einen entspannten Eindruck nach seiner Rückkehr aus Nordamerika an den Rhein. Früher spielte der Verteidiger für die Düsseldorfer EG in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), doch jetzt hat der 30-Jährige bei den Kölner Haien einen Vertrag für fünf Jahre unterschrieben. „Es war eine lange überlegte Entscheidung, wieder nach Deutschland zu kommen“, sagt Sulzer, der eine weite Reise hinter sich hat, die schmerzvoll am Rhein begann.

Der Überfall in Düsseldorf

Oktober 2003, Düsseldorfer Innenstadt: Sulzer, damals 19 Jahre alt, wird Opfer eines Überfalls. Er wird zusammengeschlagen, ausgeraubt, ist zwei Stunden lang bewusstlos. Durch die Attacke erleidet er Hämatome am rechten Auge. Die Platzwunde über seiner Augenbraue muss mit mehreren Stichen genäht werden.

Doch der gebürtige Kaufbeurer findet in Düsseldorf trotzdem sein Glück. Bei der DEG reift er von 2003 bis 2007 vom Stamm- zum Nationalspieler. In Düsseldorf lernt er auch seine Ehefrau Julia kennen, mit der er heute zwei Kinder hat.

Seine Familie spielte bei seiner Entscheidung, aus der National Hockey League (NHL) zurück in die DEL zu wechseln, eine maßgebliche Rolle: „Als ich meiner Frau erzählt habe, dass mir ein Angebot aus Köln vorliegt, eine dreiviertel Stunde von ihrer Mama entfernt, war sie natürlich nicht gerade unglücklich.“

Auch Sulzer selbst war mit seiner Situation in Nordamerika nicht besonders zufrieden. Ein langfristiger Vertrag bei einem NHL-Klub blieb ihm verwehrt. Sulzer war mal hier, mal dort. „Ich hatte dort meistens nur Ein-Jahres-Verträge“, blickt er zurück, „habe im Grunde genommen nicht gewusst, wo ich am nächsten Tag sein werde.“ Das soll in Köln, mit einem Vertrag bis 2019, anders werden: „Hier kann ich zum Training laufen und wieder Spaß am Eishockey haben.“

Für seine Unterschrift beim KEC gab noch ein weiterer Grund den Ausschlag: Haie-Coach Uwe Krupp. Krupp bemühte sich intensiv um Sulzer, der auch von anderen Vereinen umworben wurde. „Ich kenne ihn und halte große Stücke auf ihn“, sagt er über seinen neuen Trainer.

Das Spiel vor 78 000 Zuschauern

Die diesjährige WM hatten Sulzer und Nationalspieler Christian Ehrhoff, die zuletzt beim NHL-Klub Buffalo Sabres das Verteidigerpaar bildeten, abgesagt – beide wegen einer Gehirnerschütterung. Sulzer entschied sich zu einer Vorsichtsmaßnahme: „Ich wollte meinen Kopf ausruhen und kein Risiko eingehen, dass ich beim Heilungsprozess zurück geworfen werde.“

In der neuen DEL-Spielzeit will Sulzer den Meistertitel holen: „Alles andere wäre die falsche Zielsetzung.“ Er geht davon aus, dass er seine Erfahrung bei den Kölner Haien einbringen kann: „Ich glaube, dass ich gerade durch die Ruhe, die ich ausstrahle, vielen jungen Spielern zeigen kann, dass es kein Weltuntergang ist, wenn man mal einen Fehlpass spielt.“

Schon jetzt blickt er auf einen der Höhepunkte der Saison: das Spiel zwischen der DEG und den Kölner Haien am 10. Januar in der Düsseldorfer Arena. 54 000 Tickets stehen für das „Winter-Game“ der DEL zum Verkauf. Bei Sulzer werden Erinnerungen wach: an das WM-Eröffnungsspiel im Mai 2010 in der Arena auf Schalke, als Deutschland die USA vor knapp 78 000 Zuschauern mit 2:1 besiegte. „Das war Wahnsinn“, sagt er. Das Duell mit seinem Ex-Klub ist für Sulzer nach sein Rückkehr nun „das Sahnehäubchen“.

 
 

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