FC Bayern München – Hoeneß legt sich mit Fans an: „Die Ultras müssen wissen, dass...“

Uli Hoeneß mischt sich immer noch gerne ein, wenn es um den FC Bayern München geht.
Uli Hoeneß mischt sich immer noch gerne ein, wenn es um den FC Bayern München geht.
Foto: imago images/kolbert-press

Auch nach seiner Zeit beim FC Bayern München belästigt Uli Hoeneß bei Diskussionen in der Fußballwelt die Fans weiter mit seinen Ansichten.

Der frühere Präsident des FC Bayern München stößt ins gleiche Horn wie sein Kumpel Karl-Heinz Rummenigge, wenn es um die Frage geht: Welche Rolle spielen die Fans eigentlich noch im modernen Fußball?

FC Bayern München: Hoeneß poltert gegen Ultras

Vorstandboss Rummenigge hatte erst vor wenigen Tagen in der „Sport Bild“ klargestellt, was er von der Fan-Initiative „Unser Fußball“ hält. Diese setzt sich für einen gerechteren Wettbewerb ein. Rummenigge: „Ich finde, der Name ist etwas anmaßend. Wem gehört der Fußball? Am ehesten noch denen, die ihn spielen - egal, auf welchem Niveau.“

Auch Hoeneß findet, dass die Fans sich viel zu wichtig nehmen. Beim „Sonntags-Stammtisch“ im Bayrischen Rundfunk machte er dem Namen der Sendung alle Ehre, als Hoeneß posaunte: „Die Ultras müssen wissen, dass der Fußball auch ohne Ultras möglich ist.“

Rettig kritisiert Verteilungs-Schlüssel

Eines der zentralen Anliegen des Bündnis „Unser Fußball“ ist eine gerechtere Verteilung der TV-Gelder. Dass diese Forderung kein Hirngespinst von radikalen Ultras und sozialistischen Träumern ist, stellte auch Andreas Rettig klar.

Der frühere DFL-Geschäftsführer und Manager mehrerer Proficlubs kritisierte im „kicker“ das aktuelle Verteilungsmodell: „Du kriegst immer mehr Geld aus dem Topf, je besser du dich platzierst. Das führt zu dem Rattenrennen, das wir kennen: Du musst mehr Gelder generieren, damit du an diese Fleischtöpfe kommst. Das System befördert genau diese falschen Anreize und schafft eine Hasardeur-Mentalität zum Beispiel in der Einkaufspolitik, gerade im Abstiegskampf, sie treiben einen Manager dazu, unvernünftige Dinge zu tun.“

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Hoeneß weiß, was der Chinese will

Beim FC Bayern München haben die Bosse allerdings ein großes Interesse daran, dass sich am aktuellen System wenig ändert. Denn als Serienmeister profitieren die Bayern ganz besonders vom aktuellen Verteilungsmodell.

Laut Hoeneß sei die Verteilung der Fernsehgelder „total korrekt“. Schließlich leiste der FC Bayern bei der Auslandsvermarktung einen wichtigeren Teil als zum Beispiel der SC Paderborn. „100 Millionen Chinesen wollen nicht Paderborn sehen“, tönte Hoeneß.

Das stimmt. Und daran wird sich auch nichts ändern, solange kleine Vereine wie Paderborn weiterhin vergleichsweise wenig Geld kassieren. (dhe)

 
 

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