Wenn drei Entwickler-Legenden kooperieren

Schon einige Zeit vor der Tokyo Game Show wurde gemunkelt, um welchen Titel es sich bei dem mysteriösen Projekt der beiden Entwickler-Legenden Shinji Mikami und Suda51 handeln könnte. Nun hat das Baby einen Namen: „Shadows of the Damned“.

EA scheint in letzter Zeit ein gewissen Faible für das Horror-Genre entwickelt zu haben. Nach „Dante’s Inferno“ und „Dead Space“ wartet nun ein weiterer Titel auf uns, der auf schaurig schöne Weise begeistern soll. Federführend werden hierbei zwei Herren sein, die von einem Großteil der Videospiel-Szene vergöttert werden. Shinji Mikami, seines Zeichens Vater der „Resident Evil“- und „Devil May Cry“-Franchises, wird in die Rolle des Creative Producers schlüpfen, während Suda51, welcher mit innovativen und abgedrehten Titeln wie „Killer7“ und „No More Heroes“ für Furore sorgte, als Executive Director tätig sein wird. Als wäre das nicht genug, hat sich auch ein dritter im Bunde eingefunden: Akira Yamaoka, der mit seinen überragenden Soundtracks für die „Silent Hill“-Serie schnell zu einem der beliebtesten Komponisten von Games-Musik wurde, wird für die entsprechende Akustik und demzufolge die passende Stimmung sorgen. Was kann also noch schief gehen?

Garcia Hotspur ist der neue Held

Im Mittelpunkt des Abenteuers wird Protagonist Garcia Hotspur stehen. Ein, wie der Name schon sagt, hitzköpfiger Dämonenjäger mit einer Vorliebe für Motorräder, Leder-Outfits und abgedroschene Sprüche. Man kann es drehen und wenden wie man will, aber eine signifikante Ähnlichkeit zu Dante aus „Devil May Cry“ ist schlicht und ergreifend nicht von der Hand zu weisen. Und wie es der Zufall so will, erinnert der Plot frappierend an das ebenfalls von EA veröffentlichte „Dante’s Inferno“. Um seine geliebte Maid aus den Fängen der Unterwelt zu befreien, macht sich Garcia auf um den Dämonen der Finsternis und allem anderen, was in den Schatten der Hölle auf ihn wartet, gehörig in den Hintern zu treten. Gameplaytechnisch bekommt man hier jedoch anstelle von Hack-and-Slay-Action einen waschechten Third-Person-Shooter geboten.

Angesichts der Kombination aus Genre und Horror-Ambiente könnte man schnell zu dem Entschluss kommen, dass sich der Titel stark an dem ebenfalls von EA veröffentlichten „Dead Space“ orientiert. Im Gegensatz zum doch recht nüchternen und vor allem seriösen Design des von Visceral Games entwickelten Shooters scheint sich „Shadows of the Damned“ nicht ganz so ernst zu nehmen. Und so kann man sich wieder einmal auf eine überzogene Geschichte mit abgedrehten Figuren und Monstern freuen, die höchstwahrscheinlich auch nicht auf abgedroschene Phrasen verzichten wird, wie man sie aus den vorherigen Titeln von Mikami und Suda51 kennt. Dennoch scheint man, dem ersten Trailer nach zu urteilen, darauf bedacht zu sein, nicht zu stark in die Absurdität abzudriften. Eine sehr schmale Gratwanderung, mit der beide Herren sehr vertraut zu sein scheinen. Nicht zuletzt der Soundtrack von Akira Yamaoka wird höchstwahrscheinlich dafür sorgen, dem Spiel den entsprechenden Stimmungs-Anstrich zu verpassen. Auch wenn dar Release mit einer Veröffentlichung im Jahr 2011 noch in weiter Ferne zu sein scheint, macht dieser japanische Höllentrip mit Halloween-Feeling schon jetzt einen überaus viel versprechenden Eindruck.

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