Weitere Kritik an Osgar-Verleihung 2008

Der Deutsche Kulturrat hatte am 26.06.2008 in einer Erklärung die Absetzung einer Reportage über Computersucht zugunsten der „Nacht der Stars in Leipzig – Osgar-Verleihung 2008“ des Springer-Konzerns im Ersten vom Vortag kritisiert. Eine Aktion, die übergreifend für Kritik sorgte.

Der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck hat ebenfalls bemängelt, die ARD habe ihr Programm für „eine Werbesendung der BILD-Zeitung“ geändert. Diese Entscheidung schlage „dem Fass den Boden aus“ und geschehe „nicht im öffentlich-rechtlichen Auftrag“ hatte Beck zu diesem Thema gesagt. Der Chefredakteur der BILD-Zeitung Kai Diekmann hat heute auf diese Kritik reagiert und betont, der Mitschnitt der Medienpreis-Verleihung in Leipzig sei vielmehr eine „Werbesendung für die Demokratie“ gewesen. Er meint weiter, dass es bei der spontanen Programmänderung darum gegangen sei, den Worten von Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt größtmögliche Publizität zukommen zu lassen. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Nun ist die Katze aus dem Sack. Die Bild-Zeitung präsentierte in der ARD eine „Werbesendung für die Demokratie“. Ohne Zweifel war die kurze Dankesrede von Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt bei der Preisverleihung sehens- und hörenswert. Musste deshalb aber drei Mal über eineinhalb Stunden die Osgar-Verleihung 2008 des Springer-Verlages in voller Länge im Fernsehen übertragen werden? Ich hoffe, die Bild-Zeitung muss jetzt nicht ständig der ARD in Fragen der politischen Bildung hilfreich zur Seite stehen.“

Wir hatten damals bei der ARD nachgefragt, wann die Reportage über Computersucht nachgeholt wird. "Von "Absetzung" kann keine Rede sein, denn ein neuer Sendetermin für die Dokumentation "Spielen, spielen, spielen ... wenn der Computer süchtig macht" steht fest: Dienstag, 12. August 2008, um 22.45 Uhr. Und den Vorwurf der "Trivialisierung" entkräftet schon ein Blick auf die beeindruckende Liste der Preisträger und Laudatoren des "Bild-Osgars". Allein die Rede von Helmut Schmidt war die Sendung wert", sagt Burchard Röver von der ARD.

->Deutscher Kulturrat erstaunt über Programmpolitik

 
 

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