Studie + Studie = Wahrheit?

Studien sind doch was Schönes: Sie sagen uns, wie viele Kinder eine Durchschnittsfamilie bekommt, was wir Deutschen am liebsten essen und welche Auswirkungen Gewaltspiele auf uns haben. Somit sind Studien also die einzig wahre Richtlinie. Oder ist alles doch nur Propaganda?

Es gibt Dutzende von Studien, die belegen, dass Video- und Computerspiele ihre Benutzer vereinsamen, aggressiv oder dumm werden lassen. Studien über Amokläufer mit "Counter-Strike"-Hintergrund häufen sich weltweit ebenso sehr wie die Forschungen, die belegen, dass "World-of-Warcraft"-Spieler ein verkümmertes Sprachsystem besitzen.

Stellen wir die Millionen von Studien auf den Prüfstand, so sagen sie alle eines aus: Spiele sind nicht gut. Das ist der Kontext, den man als normaler User daraus zieht. Die wenigsten belegen diese Aussagen nachvollziehbar. Es werden Menschen befragt, deren Herkunft und Psyche kaum erkennbar ist. Wenn dann - wie kürzlich im Staate Utah - eine Studie die Auswirkungen von Videospielen erforschen will, verwundert es kaum, dass die Ergebnisse durchweg negativ ausfallen. Werden Studien einfach nur noch zu Propaganda-Zwecken abgehalten und weniger zur Aufklärung? Der Gedanke könnte streckenweise aufkommen. Getreu dem Motto: Wer finanziert, hat das Ergebnis auf seiner Seite.

Das Gleiche stellt sich auch bei den Pro-Games-Studien heraus. Selten findet man Gegner und Befürworter in einem Boot, um gemeinsam ein Ergebnis zu erzielen. Wird eine Anti-Games-Studie veröffentlicht, erscheint kurz darauf wieder eine Pro-Games-Studie und so weiter. Eine wirklich aussagekräftige Studie wäre also nur möglich, wenn alle Experten sich an einen Tisch setzen und die ganze Welt für eine Welt-Studie befragen. Da aber in einigen Ländern die Darstellung von Videospielen komplett unwichtig ist, hätten wir daher wieder eine lückenhafte Studie. Sicher, die Medien nehmen diese Studien mit Freuden auf, allein schon deshalb, weil es wichtig ist, die unterschiedlichen Meinungen zu zeigen und diese dann dem Publikum zu präsentieren. Warum auch nicht? Sie sorgen für Gesprächsstoff, und so kristallisiert sich schließlich auch heraus, wie sinnvoll oder sinnfrei die Ergebnisse sind.

Es gibt im Endeffekt so viele Studien, da ist für jeden etwas dabei. Vielleicht kommt bald die nächste Studie mit dem Ergebnis, dass Wii-Spieler schneller an Gicht erkranken oder dass Strategiespieler hervorragende Kommandanten für den Kriegsdienst wären. Aber diese Studie gibt es bestimmt schon längst. Wir sind gespannt, was noch kommt.

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