Online-Spiele gehen in Japan vom Netz, andere erscheinen gar nicht

Die Notlage in Japan ist auch in der Games-Branche zu spüren. Betreiber von Online-Spielen schalten ihre Server ab, um Strom zu sparen. Andere Titel, die Katastrophen zum Thema haben, wurden auf unbestimmte Zeit verschoben oder komplett eingestellt.

Tokio.. Als Sony vergangene Woche die Testmuster zum Rennspiel "Motorstorm: Apocalypse" an die Redaktionen im Land versendete, war die Welt noch in Ordnung - und das Spiel ein effektreiches Vollgasspektakel, bei dem man dem großen Beben im virtuellen San Francisco davonfuhr, während um einen Hochhäuser und Brücken einstürzten. Doch nun wurde der japanische Hersteller von der Realität eingeholt. Die Bilder der inszenierten Pixelkatastrophe und dem aktuellen Geschehen in Fernost gleichen sich einfach zu sehr. Aus diesem Grund hat Sony die für 17. März geplante Veröffentlichung des Titels in Japan auf unbestimmte Zeit verschoben.

Spieleentwicklungen eingestellt

Auch Sega legte seinen potenziellen Blockbuster "Yakuza: Of the End" kurzerhand auf Eis. In dem Actionspiel wird der fiktive Stadtteil Kamurocho, der an das Viertel Kabukicho in Tokio angelehnt ist, gänzlich verwüstet und obendrein von einer blutrünstigen Zombiehorde überrannt.

Noch einen Schritt weiter geht Entwickler Irem. Das kurz vor der Veröffentlichung stehende Projekt "Disaster Report 4" wurde mit sofortiger Wirkung komplett eingestellt, obwohl die Vorbestellungen bei Amazon seit der Katastrophe in die Höhe schossen. Im aktuellen PS3-Ableger der populären Reihe sollte der Spieler einmal mehr in die Rolle eines Überlebenden schlüpfen und sich den Weg durch eine von zahlreichen Katastrophen heimgesuchte Stadt bahnen. Für virtuelle Heldentaten wie die Rettung in Not geratener Zivilisten gibt es Punkte. Dennoch hat sich Irem entschlossen, den Titel nicht zu veröffentlichen.

Server von Online-Spielen werden heruntergefahren

Andere Publisher wie Square-Enix und Konami fahren die Server ihrer Online-Spiele herunter, um dem Ruf der Regierung zu folgen und so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Bis mindestens zum 20. März bleiben die "Final Fantasy 11"- und "Final Fantasy 14"-Rechnenzentren vom Netz, Square-Enix will als Ausgleich die Gebühren für April aussetzen. Konami wollte sich indes noch nicht festlegen, wann der Taktik-Shooter "Metal Gear Online" wieder erreichbar ist.

 
 

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