Die "Giana Sisters" melden sich mit "Twisted Dreams" zurück

Die "Giana Sisters" kehren nach 25 Jahren zurück - und katapultieren sich an die Spitze des Jump&Run-Genres.
Die "Giana Sisters" kehren nach 25 Jahren zurück - und katapultieren sich an die Spitze des Jump&Run-Genres.
Foto: Black Forest Games
Kickstart für einen Klassiker: "Giana Sisters" kehrt auf den Bildschirm zurück. Mithilfe von Crowdfunding sammelte Black Forest Games für einen neuen Teil des Jump&Runs, das "Super Mario Bros." schamlos kopierte. Nun ist es soweit und "Giana Sisters: Twisted Dreams" macht diesmal einiges anders.

Von Fans verehrt, von Nintendo verklagt: Als das kleine deutsche Entwicklerteam Time Warp Productions im Jahr 1987 den "Super Mario Bros."-Klon "Great Giana Sisters" veröffentlichte, sah sich der japanische Unterhaltungsriese genötigt, vor Gericht zu ziehen und das Underdog-Konkurrenz-Produkt vom Markt nehmen zu lassen. Unter anderem waren komplette Level identisch.

Nun katapultierte das früher als Spellbound bekannte Studio Black Forest Games den Klassiker mithilfe der Crowdfunding-Plattform Kickstarter zurück auf den Schirm und beweist eindrucksvoll, dass die alte Jump&Run-Schule noch immer topaktuell ist. Für die Musik zeichnet damals wie heute Chris Hülsbeck verantwortlich.

Dass "Giana Sisters" nach so langer Zeit noch immer hervorragend funktioniert, ist vor allem dem Traditionsbewusstsein des badischen Entwicklerteams zu verdanken: Nachdem ihr Schwesterherz von einem Albtraumportal aufgesaugt wurde, hüpft, wirbelt und wetzt die kleine Giana durch einen ebenso klassischen wie zauberhaften Plattform-Kosmos, um sie zu retten.

Wechsel zwischen Licht und Schatten

Der Twist in "Twisted Dreams" ist der fließende Wechsel zwischen Licht- und Schattenwelt, den Giana auf Knopfdruck erledigt: Eben noch springt der Blondschopf durch eine schaurige Albtraumwelt, schon wechseln Dimension und Gestalt. Aus dem lieben Mädchen wird eine finstere Grufti-Göre mit schwarzen Klamotten und grellem Rotschopf, die Gruselkulisse dagegen geht in einer paradiesischen, immergrünen Welt mit niedlichen Pilzhäusern auf, die nicht mehr von geflügelten Teufelchen, sondern pummeligen Eulen bewohnt wird.

Obwohl die grundsätzliche Architektur beider Ebenen identisch ist, sorgen einige kleine Details für den entscheidenden Unterschied: Hier öffnet sich auf einmal ein Tor, dort wird eine zuvor unpassierbare Wand durchlässig, und an anderer Stelle ändert sich die Drehrichtung eines Plattformkarussells. Doch auch Giana selber gibt sich nach der Verwandlung anders: Während sie als goldiger Blondschopf noch eindrucksvolle Dreh- und Schwebesprünge beherrscht, ist sie als Punker-Girl deutlich aggressiver unterwegs und prescht mit wuchtigen Flammenkicks durch die Pampa.

Klarer Fall: Wer Jump&Runs der alten Schule mag, kommt um die exklusiv als PC-Download vertriebenen "Giana Sisters" nicht herum und erhält eine mehr als nur probate Alternative zu Nintendos Kultklempner Mario, dem die Schwestern ursprünglich ihr Dasein verdanken. Vom zauberhaft gestalteten Weltenwechsel über die schmissigen Rock-Riffs von Original-Komponist Hülsbeck bis hin zum suchtverdächtigen Gameplay läuft das angestaubte Genre hier zu alter Höchstform auf. Einziger Wermutstropfen: Die Fortsetzung ist ähnlich unverzeihlich wie das 87er-Original - Einsteiger haben bei den "Giana Sisters" nichts verloren. (_teleschau - der mediendienst)

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