Tennissimulation "Top Spin 4" gehört zu den besten ihres Genres

Im Zentrum des Spiels "Top Spin 4" steht der Karriere-Modus - bis schließlich der Aufstieg in der Weltrangliste gelingt dauert es allerdings.
Im Zentrum des Spiels "Top Spin 4" steht der Karriere-Modus - bis schließlich der Aufstieg in der Weltrangliste gelingt dauert es allerdings.
Wer bei der Tennissimulation "Top Spin 4" überstürzt ans Netz geht oder unkontrolliert draufhaut, knallt die Filzkugel auch mal ins Aus. Die Neuentwicklung von 2K Czech punktet mit Realitätsnähe, fordert allerdings viel Geduld vom Spieler.

Dreh- und Angelpunkt des Spiels "Top Spin 4" ist der Karriere-Modus, der im Vergleich zum Vorgänger kreativer und abwechslungsreicher ausfiel. Zunächst wird ein eigener Athlet erstellt, wobei es nicht nur auf die Optik ankommt, sondern auch auf den Spielstil. Ja, sogar die Art und Weise des Stöhnens kann bestimmt werden. Dann geht es hinein ins Jahr: Woche für Woche müssen besondere Events besucht, Sparringsveranstaltungen absolviert werden. Daran anschließend finden Turniere mit unterschiedlichem Modus und auf verschiedenen Böden statt, bei denen wertvolle Erfahrungspunkte gesammelt werden, mit denen sich die Fähigkeiten der Spieler verbessern lassen. Immer wieder bieten sich neue Trainer an, die jeweils andere Schwerpunkte setzen.

Alle sehr konventionell, mag man auf den ersten Blick meinen. Und doch entwickelt "Top Spin 4" bald schon einen besonderen Sog. Hinzu kommt, dass vor allem die Atmosphäre bei den Matches klasse gelungen ist. Das Publikum reagiert zum Beispiel auf besondere Ballwechsel.

Tennismatch braucht Geduld

Aber, "Top Spin 4" fordert vor allem eines: Geduld. Zum einen, weil so ein Drei-Satz-Match gegen einen ebenbürtigen Gegner schon mal eine Dreiviertelstunde und mehr dauern kann. Zum anderen aber auch, weil sich überstürztes Agieren auf dem Platz nicht auszahlt. Netzangriffe wollen gut vorbereitet sein. Anders als in den ersten Tennis-Simulationen langweilt der Spielablauf nicht mehr durch das ewig gleiche Prinzip, den Kontrahenten stur von Ecke zu Ecke zu treiben, bis er einen Schlag eben nicht mehr erreicht. Die KI des Gegners sorgt dafür, dass die Ballwechsel deutlich fantasievoller werden.

"Zu spät", "zu früh", "gut", "perfekt" - Schlag für Schlag wird eine Bewertung abgegeben. Timing und Stellungsspiel sind alles. Anders als "Virtua Tennis", das den Arcade-Charakter betont, ist man hier durchgehend auf der Jagd nach dem perfekten Schlag. Den Machern ist zum Glück eine intuitive, aber eben auch glaubwürdige Steuerung gelungen.

Zahlreiche prominente Sportler sind integriert

Nach einer gefühlten Ewigkeit gelingt schließlich der Aufstieg in der Weltrangliste bis hin zur Teilnahme an den Grand-Slam-Turnieren. Zahlreiche prominente Sportler wurden integriert: Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Roddick sind ebenso dabei wie einige namhafte Damen (Caroline Wozniacki, Serena Williams). Dazu gibt's die Großen des Tennissports von einst wie Boris Becker, Pete Sampras Björn Borg und Andre Agassi (ohne Haare). Die ähneln auf dem Court nicht nur optisch, sondern auch in ihrer Spielweise und Bewegung den realen Vorbildern.

Abgesehen vom Karriere-Modus hat "Top Spin 4" allerdings wenig zu bieten. Neben den obligatorischen Schaukämpfen gibt es nur noch einen fantasielosen Partykönig-Modus. Die an sich gute Grafik leidet vor allem bei der angebotenen 3D-Version, die Handhabe mit den Move-Controllern erweist sich als zu schwierig und unpräzise. Dennoch: Das Sportspiel gehört zu den besten seines Genres.

 
 

EURE FAVORITEN