SPD Politikerin Griefahn beklagt Vollzugsdefizit bei Videospielen

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn diskutierte heute im Forum von "Gaming is not a Crime", über das Verbot von "Killerspielen" und sprach sich da gegen pauschale und populistische Verbote aus.

Monika Griefhan ist seit 2005 Sprecherin der Arbeitsgruppe Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion. Heute stellte sie sich den Fragen im Forum von "Gaming is not a Crime" und bezieht dabei klar Stellung: "Seit Beginn der Debatte um gewalthaltige Computerspiele habe ich mich immer gegen pauschale und populistische Verbote ausgesprochen. Verbote sind nie gut, denn sie machen im Zweifel das Verbotene noch interessanter. Stattdessen werbe ich für einen kompetenten und verantwortungsbewussten Umgang mit Unterhaltungsmedien und einen angemessenen Jugendschutz." So Monika Griefhan.

Zur momentanen Gesetzeslage meint Frau Griefhan, dass es Verbote in der Form wie sie Bayern fordert, mit der SPD nicht geben wird. Generell müsse man mit Gesetzesänderungen vorsichtig sein da diese auch andere Medien wie Filme betreffen. "Ich persönlich glaube, dass wir bereits wirkungsvolle Gesetze haben, die allerdings noch nicht ausreichend angewendet werden. Andererseits hat das Hans Bredow-Institut in seiner Evaluation des Jugendschutzes festgestellt, dass die Änderungen wie sie jetzt dem Bundestag vorliegen, zumindest nicht schädlich wären. Wir werden uns im Deutschen Bundestag den Vorschlag der Bundesregierung genau anschauen und dann sehen, inwieweit es hier noch Änderungen geben muss." So Griefhan.

"Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit dem Thema, weil Computerspiele auch Kulturgut sind und außerdem höchst innovativ und interessant. Seit die Debatte um die Killerspiele läuft, versuche ich einerseits im politischen Umfeld für ein augewogeneres Bild zu werben.

Andererseits finde ich es wichtig, mit Spielern und Produzenten im Kontakt zu bleiben. Auch, um zu zeigen, dass es eben nicht nur um Verbote, sondern auch um positive Aspekte geht. Darum habe ich auch den Computerspielepreis initiiert, der momentan umgesetzt wird." Fügt Monika Griefhan noch hinzu.

Auf die Frage hin, ob es nicht mehr an den Eltern liegt, dass Kinder zu einfach an ungeignete Spiele kommen, stimmt Frau Griefhan zu: "Wo wir mit Gesetzen allerdings nicht weiterkommen, ist in Situationen, wo Eltern nicht auf den Medienkonsum ihrer Kinder achten oder auch die Oma solche Spiele für Ihre Enkel kauft. Hier müssen wir aufklären und die Gefahren deutlicher machen."

"Angesichts der aktuellen Fälle muss man sich auch immer wieder fragen, wie Eltern, Geschwister, Nachbarschaft, MitschülerInnen, LehrerInnen reagieren bzw. nicht reagieren, wenn Kinder und Jugendliche oft tagelang in die Parallelwelt der Computerspiele abtauchen. Von Seiten der Wissenschaft wird immer wieder – zu Recht – eine „Kultur der Anerkennung“ von Jugendlichen gefordert.

Spätestens seit "Bowling for Columbine" wissen wir, dass es andere Länder gibt, in denen es weit mehr Gewalttaten und Amokläufe gibt. Computerspiele halte ich zudem nicht als Alleinauslöser für solche Gewalttaten, sondern auch soziale Vereinsamung und fehlende Ansprechpartner spielen zum Beispiel hier mit herein." Betont Monika Griefhan noch zusätzlich.

 
 

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