Niko Bellic spricht über die Ungerechtigkeit in der Spielebranche

Es ist natürlich nicht Niko selbst, sondern sein Synchronsprecher - Michael Hollick. Er hat darüber gesprochen, wie sehr sich sein Leben durch "GTA IV" verändert hat und dass er recht wenig vom finanziellen Erfolg sieht.

Michael Hollick hat es niemals für möglich gehalten, dass sein Durchbruch mit einem Videospiel beginnt. Wer vielleicht schon öfters die Serie Law & Order im TV gesehen hat, könnte den Namen Michael Hollick gehört haben. Doch als Ende April das Spiel "Grand Theft Auto IV" veröffentlicht wurde, hörten den New Yorker mehrere Millionen Spieler auf einmal über die Lautsprecherboxen. Er ist nämlich die Stimme des "GTA-IV"-Hauptcharakters Niko Bellic.

Allerdings ist Hollick mit der momentanen Situation unzufrieden. Während der Gewinn von "GTA IV" in die Millionen geht, hat Hollick nach eigenen Angaben für seine Arbeit (Sprachaufnahmen und Motion-Capturing), in 15 Monaten „nur“ 100.000 Dollar erhalten ohne Lizenzrechte.

"Natürlich bin ich unheimlich dankbar das Rockstar mir die Gelegenheit gegeben hat, in diesem Spiel mitzuwirken wo ich noch ein Niemand war", so Michael Hollick gegenüber der New York Times. "Aber es ist hart wenn man sieht, wie GTA IV draußen eine so große Nummer ist und hunderte Millionen Dollar macht und wir bekommen nichts davon zu sehen."

Verständlich, denn wenn "GTA IV" ein Fernsehprogramm, ein Film, ein Album, eine Radio-Show oder praktisch jede andere Art der traditionellen Medien wäre, könnten Hollick und die anderen Akteure in diesem Spiel sich schon als Millionäre schimpfen.

"Ich gebe Rockstar keine Schuld. Ich gebe unserer Gewerkschaft die Schuld die keine Vereinbarung zustande bekommt, um kreative Leute zu schützen, die diese Spiele nach vorne bringen. Ja, die Technik ist wichtig, aber es ist die menschliche Performance in den Spielen wodurch die Menschen eine Beziehung aufbauen. Ich hoffe, dass Schauspieler mehr Respekt für ihre Arbeit bekommen die sie innerhalb der ganzen Technologie leisten."

Rockstar lehnte einen Kommentar zu diesem Thema ab. Jedoch ist das keine Lösung für das eigentliche Problem. Die Schauspieler fordern eine Gleichstellung: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, egal für welches Medium.

"Unsere Verträge sagen zum Beispiel nichts über die Verwendung von Stimmen für Werbezwecke über das Internet aus", so Hollick. Der erste "GTA IV"-Trailer generierte um die 40 Millionen Hits online und da ist meine Stimme die ganze Zeit alleine zu hören und ich bekommen gar nichts. Wenn das ein herkömmlicher Radio-Spot wäre, hätte ich dafür was bekommen. Das gleiche findet sich auch bei den TV-Spots. Meine Stimme wurde für das Spiel aufgenommen und nun läuft das alles die ganze Zeit im Fernsehen. Das ist eine andere Grauzone."

 
 

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