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"Gears of War 3" - Spektakuläres Effektfeuerwerk ohne Indizierung

22.09.2011 | 09:00 Uhr
Fotostrecke zum Spiel "Gears of War 3". Bild: Microsoft

Die Locust sind wieder da - und Markus Fenix darf sich ihnen diesmal auch in Deutschland in den Weg stellen, denn "Gears of War 3" wurde wider Erwarten nicht indiziert. Der finale Teil der Serie überzeugt sowohl spielerisch als auch grafisch.

Das Urteil überraschte viele - Publisher Microsoft wohl am meisten: "Gears of War 3" bekam von der USK eine Freigabe ab 18 Jahren . Trotz zweier indizierter Vorgänger, trotz angemeldeter Zweifel, trotz oder letzten Endes wohl gerade wegen seiner völlig überzeichneten Gewaltdarstellung gab auch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) grünes Licht für das Xbox-360-exklusive Actionspiel, das gemeinhin als "Killer-Applikation" bezeichnet wird: nicht wegen seines martialischen Inhalts, sondern wegen seiner Fähigkeit, den Geräteabsatz massiv anzukurbeln. Teil eins und zwei wanderten weltweit rund elf Millionen Mal über die Ladentische. Ein ähnliches Verkaufspotenzial wird auch dem finalen Kapitel der Science-Fiction-Trilogie eingeräumt.

Volljährige Xbox-360-Besitzer schlüpfen in dem von Epic programmierten Titel abermals in die Rüstung des Soldaten Markus Fenix - eine grimmig dreinblickende Type mit imposant dicken Oberarmen, vernarbtem Gesicht und einfachem Wortschatz. "Stark" und "Scheiße" sind jedenfalls die häufigsten Worte, die ihm über die Lippen kommen. Er und seine Kumpels sind die letzte Verteidigungslinie gegen die echsenähnlichen Locust, die in den Vorgängern aus dem Boden des Planeten Sera gekrochen sind und den Menschen das Leben schwer gemacht haben.

Entführt von der Locust-Königin

In "Gears of War 3" tritt nun eine weitere Bedrohung auf den Plan: sogenannte Leuchtende - Locusts, die mit einer gelblich schimmernden Imulsion in Berührung kamen, mutierten und nun nach ausreichendem Beschuss meist in gewaltigen Explosionen verglühen. Platz- und Platschgeräusche inklusive.

Gears of War 3

Obwohl es in erster Linie ums nackte Überleben geht, ist die Handlung für einen Titel dieser Art vergleichsweise komplex. Sie nutzt Rückblicke, um Figuren näher vorzustellen, und setzt Geschichtskenntnisse aus den Vorgängern voraus, die dankenswerterweise in einem "Was bisher geschah"-Video mitgeliefert werden. Etwas klarer ist das Spiel des Ziels: Man soll Fenix' totgeglaubten Vater finden, der sich per Videobotschaft zu Wort meldet und behauptet, eine Lösung des Leuchtenden-Problems gefunden zu haben. Dummerweise wurde er jedoch von der Locus-Königin entführt.

Bis zum großen Finale vergehen rund zehn Stunden, die nach dem bewährten, aber immer noch packendem Kopf-runter-Spielprinzip der Vorgänger verlaufen. Offene Feuergefechte sind hier selten. Vielmehr verschanzen sich Fenix und seine drei clever agierenden Computer-Kameraden, die auch von menschlichen Mitspielern gesteuert werden können, hinter Wänden, Sandsäcken und Autowracks - und feuern aus sicherer Position.

Das Ende der technischen Fahnenstange

Dabei kommt eine einfache, "kontextsensitive" Steuerung zum Einsatz. Bedeutet: Nur mithilfe des A-Knopfs klettern die Soldaten über Mauern, hechten von einer Deckung zur nächsten oder sprinten mit eingezogenem Kopf durch völlig zerstörte Locations. Dabei wackelt das Bild derart, als käme der virtuelle Kameramann kaum hinterher. Die Feuergefechte wirken dadurch ungeheuer dynamisch. Gleichzeitig wird der äußerst geradlinige Aufbau der meisten Level kaschiert.

Spiele-Bewertung
Gears of War 3

Hersteller: Epic Games
Vertrieb: Microsoft
Multiplayer: 2-10
Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene und Profis
VÖ: 2011-09-20
Preis: ca. 70 Euro
EAN Code: 0885370353471

Bewertung

Grafik: sehr gut
Steuerung: sehr gut
Sound: sehr gut
Spielspaß: sehr gut
Alter: ab 18 Jahren
Gesamt: sehr gut

Das Kuriose ist: Das Konzept trägt auch heute noch. Zumal eingestreute Sequenzen für Abwechslung sorgen, in denen Fenix und Co. mit Robotern, Fahrzeugen oder U-Booten unterwegs sind - oder riesigen Monstern begegnen, denen meist nur mit etwas Ausdauer und viel Feuerkraft beizukommen ist.

Grafisch ist "Gears of War 3" schlicht und ergreifend der bislang spektakulärste Xbox-360-Titel - und wohl auch das Ende der technischen Fahnenstange. Trotz der niedrigeren HD-Auflösung von 720p wird ein überbordendes Effektspektakel geboten - angefangen bei den detaillierten Figurmodellen über die abwechslungsreichen Schauplätze bis hin zu den erstklassigen Licht-, Leucht-, Feuer-, Wasser- und Explosionseffekten. Weit weniger ansehnlich ist dagegen die Riesensauerei, die entsteht, wenn Fenix und Co. mit ihrem Sturmgewehr oder riesigen Klingen zum Nahkampf übergehen. Wer es auf die ganz harte Tour mag und die nötige Hardware besitzt, kann das Ganze auch in 3D erleben.

Pures Adrenalin im Mehrspielermodus

Neben der spannenden Kampagne, der beeindruckenden Optik und der ohrenbetäubenden Sounduntermalung erweist sich der Mehrspielermodus als schlagendes Verkaufsargument. Sowohl das kooperative Abenteuer für bis zu vier Spieler sowie der überarbeitete Horde-Modus sind pures Adrenalin. Bei Letzterem treten bis zu fünf Kumpels gemeinsam gegen immer stärker werdende Gegnerwellen an. Eine gute Absprache ist dabei ebenso wichtig wie das Platzieren von gekauften Hilfsmitteln (Geschütztürme, Energiezäune). Im "Biest"-Modus wird der Spieß umgedreht - und der Spieler schlüpft in die Rolle der Locust.

Fazit: Die Hoffnungen auf ein episches Ende der Trilogie mögen sich nicht ganz erfüllen. Die Wow-Momente sind rar geworden. Dennoch ist "Gears of War 3" der würdige Abschluss einer überaus erfolgreichen Xbox-360-Trilogie - und der Beginn einer wohl lang anhaltenden Online-Begeisterung. (teleschau - der mediendienst)


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