Neue Gesetze sollen eine lebenslange Internet-Sperre bringen

Eine Reihe von Anti-Piraterie-Vorschlägen unter Berücksichtigung der Europäischen Union könnte dazu führen, dass Internet-Nutzer dauerhaft im Web gesperrt werden, wenn der Verdacht besteht, urheberrechtlich geschützte Materialien in Umlauf gebracht zu haben.

Wie die BBC berichtet, soll es File-Sharern bald noch mehr an den Kragen gehen. Die Europäische Union hat eine Reihe von neuen Gesetzesvorschlägen vorgestellt, die den Usern/Raubkopierern das Tauschen untereinander vermiesen soll. Die Vorschläge beinhalten europaweite Gesetze. Zum einen sollen User, die im Verdacht stehen, den Austausch von urheberrechtlich geschützten Medien auf File-Sharing-Netzen unterstützt zu haben, aus dem Web verbannt werden. Das Gesetz sieht vor, dem User drei Warnungen zu senden und wenn der User dann immer noch weiter macht, die Strafe durchzusetzen.

Die Gesetze erlauben auch, dass die Regierungen entscheiden können, welche Software "rechtmäßig" im Internet verwendet werden kann. Digital Rights Aktivisten behaupten, dass Anti-Piraterie-Lobbyisten damit eher einen Angriff auf die Freiheiten der Web-Nutzer planen.

"Morgen werden dann schon populäre Software-Anwendungen wie Skype oder sogar Firefox in Europa für illegal erklärt, wenn sie nicht von einer Verwaltungsbehörde zertifiziert sind", sagte Benjamin Henrion, Vertreter der Foundation für eine Freie Internet-Infrastruktur. Zusätzlich fügte er hinzu, dass die Vorschläge zu einem "sowjetischen Internet" führen würden.

Dass sich Produkt-Piraterie jedoch zu einem ernsten Thema in der Games-Branche entwickelt hat, ist bekannt. Studios wie Crytek, Infinity Ward und andere Entwickler haben bereits öffentlich ihre Besorgnis dargelegt und drakonische Anti-Piraterie-Maßnahmen in ihrer Software angekündigt.

Die neuen Gesetze könnten jedoch auch Probleme für normale Nutzer bedeuten. "Viele Anwender nutzen routinemäßig Breitband-Übertragung großer Dateien, die verschlüsselt sind", sagt Susan Hall von der Anwaltskanzlei Cobbetts LLP. "Viele von ihnen müssen sich trotz rechtmäßiger Handlung dann den Sicherheitsprozeduren unterziehen, damit festgestellt werden kann, ob die großen Dateien nun illagal sind oder nicht.

Hinzu kommt, dass Computer oftmals auch in öffentlichen Einrichtungen wie Büros, Wohnungen und Bildungseinrichtungen stehen. Selbst eine nicht ausreichend gesicherte Wi-Fi-Verbindung kann den User zum "Buhmann" werden lassen. All das kann dazu führen, dass Menschen ihre Internet-Verbindung verlieren, obwohl sie gar keine Schuld trifft", fügt Hall abschließend zu.

Die Entscheidung über die neuen Gesetzesentwürfe wird im September getroffen.

 
 

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