Ehrenamt: „Für mich ist es eine große Bereicherung“

WestLotto-Mitarbeiter Stefan Kallert und seine Familie kochen regelmäßig gemeinsam mit Freunden und Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak.
WestLotto-Mitarbeiter Stefan Kallert und seine Familie kochen regelmäßig gemeinsam mit Freunden und Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak.
Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sind das Fundament der Gesellschaft. Nicht nur am Tag des Ehrenamts verdienen sie Aufmerksamkeit.

Mettingen.. Haben Sie heute schon dem Fußball-Trainer Ihrer Kinder Danke gesagt oder ihren Freunden und Bekannten, die in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sind? Sie sind im Einsatz für das Gute. Ohne ihr Engagement wäre unser Leben ärmer. Nicht nur am internationalen Tag des Ehrenamts am 5. Dezember verdienen Sie deshalb besondere Aufmerksamkeit.

Die Deutschen sind engagiert

Fast jeder zweite Deutsche in Deutschland ist ehrenamtlich tätig. Das ergab die Studie "Ziviz-Survey 2017". Einer von ihnen ist Stefan Kallert, Brandschutzbeauftragter von WestLotto. Seit mehr als zwei Jahren ist er in der Flüchtlingshilfe aktiv. Zusammen mit seiner Frau kümmert er sich um geflüchtete Menschen in Mettingen im Tecklenburger Land. „Der Kontakt ist über ein befreundetes Ehepaar zustande gekommen“, erinnert sich Stefan Kallert an die Anfänge. Um die Wartezeit zu überbrücken bis die Flüchtlinge einen Platz in einem Sprachkurs bekommen, hat er mit seiner Frau einen wöchentlichen Deutschkurs bei sich zu Hause organisiert.

Wie wichtig das Erlernen der Sprache ist, merkten er und seine Familie schnell. „Ob Bankangelegenheiten, Arztbesuche oder Behördengänge – bei diesen Dingen kommt man oft nur mit Deutsch weiter. Da haben wir dann immer übersetzt.“

Beim Kochen lernen beide Seiten voneinander

Gemeinsam mit Freunden veranstaltet Familie Kallert regelmäßig Kochabende mit Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak. „Auf diesem Weg haben wir viel über die Geschichte der Menschen erfahren und durften auch die arabische Esskultur kennenlernen“, sagt Stefan Kallert.

Einer der Gäste: Der 20-jährige Omar, der in Deutschland studieren wollte. Da die Notunterkünfte keinen Platz zum Lernen boten, hat Omar vier Monate lang bei Familie Kallert gewohnt. In einem 30 Quadratmeter großen Schulungsraum mit einem selbstgebauten Schreibtisch konnte sich Omar auf seinen Deutschkurs an der Uni vorbereiten. Im Sommer hat Omar seine letzte Prüfung bestanden und zum Wintersemester sein BWL-Studium in Bonn begonnen. „Ich bin kein Gutmensch. Aber jemand, der sich kümmert“, sagt Stefan Kallert. „Für mich ist es eine große Bereicherung, diese Menschen kennengelernt zu haben.“

Erfolgsgeschichte Team Westfalen

Gemeinsam mit dem Landesverband Westfalen-Lippe des Deutschen Roten Kreuzes rief Westlotte während der Flüchtlingskrise 2015 das Team Westfalen ins Leben. Um Menschen in Not zu unterstützen stellte der Lotterieveranstalter die Mitarbeiter zwei Stunden in der Woche frei. Auch IT-Mitarbeiterin Sabine Horstmann-Rolf folgte dem Aufruf. Gemeinsam mit einem Kollegen bot sie in der Zeit des größten Andrangs ehrenamtlich Sportkurse für Flüchtlinge an. Später waren es Deutschkurse für syrische Frauen oder Nachhilfe für ihre Kinder.

Heute ist es mal der typische deutsche „Kaffeeklatsch“ bei ihr oder eine Einladung der syrischen Familien zu kulinarischen Köstlichkeiten. „Damit unsere Arbeit auch in Zukunft weiter Früchte trägt, muss die Integration fortgesetzt werden. Es gibt immer noch viele Hilferufe, die gehört werden müssen“, weiß sie aus Erfahrung. „Was vielen Flüchtlingen fehlt, ist der Kontakt zu Deutschen. Wer nicht regelmäßig Deutsch spricht, kann die Sprache auch nicht richtig lernen. Da gibt es noch wahnsinnig viel zu tun.“

 

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