Karlsruhe stellt sich der Verantwortung

Während viele Politiker im Zusammenhang mit gewalthaltigen Spielen von mangelnder Medienkompetenz sprechen, versucht die Stadt Karlsruhe, das ESL-Event Intel Friday Night Game zur Aufklärung zu nutzen. Oberbürgermeister Heinz Fenrich weht dabei ein starker Gegenwind ins Gesicht.

Karlsruhes Oberbürgermeister Heinz Fenrich hat momentan einen schweren Stand. Nachdem das ESL-Event Intel Friday Night Game durch die Absage von Stuttgart nach Karlsruhe verlegt wurde, kommen immer mehr Stimmen gegen die Veranstaltung auf. Karlsruher Medien schreiben vom Killerspiel-Wettkampf und die CDU-Gemeinderatsfraktion ruft Oberbürgermeister Fenrich dazu auf, das Event nachträglich zu verbieten.

Fraktionsvorsitzende Gabriele Luczak-Schwarz sagte gegenüber der Webseite ka-news: „Wir bestärken den Oberbürgermeister nachdrücklich in seiner Forderung, die rechtlichen Grundlagen für ein Verbot von Killerspielen und Veranstaltungen, bei denen solche Spiele angeboten werden, zu schaffen".

Fenrich reagierte darauf mit einer geplanten Informations-Offensive. „Was wir brauchen, sind rechtlich abgesicherte Rahmenbedingungen und fundierte Informationen über die möglichen Auswirkungen von Computerspielen, in denen andere im virtuellen Raum getötet werden. Deshalb wird es auf meine Veranlassung hin - auf Basis der einhelligen Unterstützung aller Fraktionen im Hauptausschuss - eine lokale 'Informationsoffensive' zunächst für Medien und politische Entscheidungsträger geben."

Die Eltern-LAN kann dabei der entscheidende Vorteil für die Veranstaltung sein. Neben dem eigentlichen Wettkampf können Eltern, Lehrer oder Pädagogen die Spiele hier im Vorfeld selber anspielen und sich mit Experten vor Ort unterhalten. Zudem wird eine Podiumsdiskussion angestrebt.

„Wenn wir gesellschaftliche Entwicklungen beeinflussen wollen, müssen wir sie verstehen, um uns damit auseinandersetzen zu können“, so Fenrich. Die Entscheidung sei schließlich die aller Fraktionen im Hauptausschuss gewesen. Auch wenn dies jetzt teilweise bestritten und damit in der Öffentlichkeit ein falscher Eindruck erweckt worden sei. „Wir in Karlsruhe stellen uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung, suchen die sachlich fundierte Auseinandersetzung mit kritischen Fragen und ducken uns nicht weg, wenn es schwierig wird“, bestärkte Fenrich seine Entscheidung abschließend.

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