Feinste Grafik, feinste Effekte, feinster Fußball - FIFA 15 und PES 15 im Vergleich

Kicken wie die Profis: FIFA 15 und Pro Evolution Soccer im Vergleich. Die beiden Flaggschiffe im elektronischen Fußball-Spiel haben mächtig aufgerüstet. Die Branchenprimus-Konkurrenz von Konami hat große Schritte nach vorn gemacht.

Essen. Die FIFA 15-Saison läuft schon seit ein paar Wochen, nun kommt auch Pro Evolution Soccer 15, kurz PES genannt, aus der Kabine. Und wieder stellt sich die alte Frage: Mit welcher Fußball-Simulation kickt es sich besser?

Grafik und Atmosphäre

Atemberaubend. Bei beiden. Tobendes Publikum, meckernde Spieler – alles ist wie im Fernsehen. Nur Freistoß-Spray gibt es weder hüben noch drüben. Dafür aber Spieler, die sich immer realistischer bewegen. Die FIFA-Kicker zeigen noch mehr Reaktionen auf Entscheidungen der Schiedsrichter, misslungene Zweikämpfe oder verpasste Chancen. Während PES die Gesichter der Kicker ein wenig besser hinbekommen hat – in Nahaufnahmen erkennt man Details wie die Narben im Gesicht von Franck Ribéry oder Schweißperlen auf der Stirn der Kicker –, bietet FIFA die weitaus besseren Fan-Gesänge und überhaupt das aktivere Publikum.

Lizenzen

Können wir kurz machen, denn es ist wie immer. Bei FIFA stimmt jeder Name, ist jedes Stadion exakt nachgebildet, bei PES gibt es einmal mehr viele Fantasienamen, die sich allerdings per Hand verändern lassen. Die Bundesliga fehlt komplett, bis auf die drei vertretenen Mannschaften FC Bayern, Schalke 04 und Bayer Leverkusen.

Kommentatoren

In beiden Fällen ein großes Ärgernis. Ob Hansi Küpper und Wolff-Christoph Fuss bei PES oder Frank Buschmann und Manfred Breuckmann bei FIFA. Die Herren klopfen seit Jahren dieselben Sprüche und sind selten auf der Höhe des Spielgeschehens.

Taktik

Lässt sich bei beiden reichlich nutzen. Das reicht von der Grundeinstellung bis hin zu Anweisungen an einzelne Spieler. Wir haben allerdings das Gefühl, dass sich diese Einstellungen bei PES etwas mehr auf das Spielgeschehen auswirken als bei FIFA.

Auf dem Platz

Bei FIFA lautet das Motto: Evolution statt Revolution. Das Passspiel ist flotter geworden, die Möglichkeiten beim Tackling sind vielfältiger und die Keeper ein kleines Stückchen intelligenter. Insgesamt kommt uns die Offensive ein wenig stärker vor als die Abwehr. Und die FIFA-Kicks wirken mit der Zeit etwas schematisch, wenn auch auf extrem hohem Niveau.

Das ist bei PES anders. Konami ist es gelungen, jedes Spiel überraschend zu gestalten, es gibt mehr Platz für unvorhergesehene Momente.

Fazit

Das ist nicht so einfach, wie in den Vorjahren. Denn wo PES da fast in die Zweite Liga abgestiegen war, knüpft es mit der neuen Ausgabe wieder an alte Stärken an und rückt dem Branchenprimus unerwartet nah. Wer es einsteigerfreundlich mag und viel Wert auf Atmosphäre und echte Namen legt, kommt dennoch auch in diesem Jahr nicht an FIFA vorbei. Das Spiel ist weit davon entfernt, ein Arcade-Kick zu sein, spielt sich aber einfacher als die Konkurrenz.

Wer diesen Winter ansonsten nicht viel vor hat und ein Fußballspiel sucht, das sich möglichst realistisch anfühlt, wenn man die Zeit hat, sich einzuarbeiten, der ist zum ersten Mal seit Jahren bei Pro Evolution Soccer besser aufgehoben.

 
 

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