Braufest sorgt für erneute Jugendschutzdebatte

Nicole Lange

Das Oktoberfest ist in der bayerischen Kultur verankert. Alljährlich findet parallel dazu das Braufest in "World of WarCraft" statt, und obwohl in Europa bereits einiges aufgrund des Jugendschutzes entfernt wurde, wollen einige Kritiker das Online-Rollenspiel erst ab 18 Jahren freigeben lassen.

In "World of WarCraft" wird fast jedes große Ereignis der realen Welt auch auf virtueller Ebene gefeiert – unter anderem das Oktoberfest, das jährlich Hunderte von Alkoholleichen hinterlässt. Ab 16 Jahren dürfen Jugendliche rechtmäßig in Deutschland Bier trinken, und das ist für die Offiziellen auch durchaus vertretbar. Momentan stören sich jedoch einige Kritiker wieder an der Altersfreigabe von "World of WarCraft". Das Online-Rollenspiel ist ab 12 Jahren von der USK freigegeben und auch das Braufest, die virtuelle Variante des Oktoberfestes, ist frei zugänglich.

Bis gestern wurden Feierlichkeiten veranstaltet und im Rahmen des Festes auch einige Quests absolviert. Allerdings gibt es die Aufgaben, in denen man sich betrinken muss, um ans Ziel zu kommen, in der europäischen Version nicht mehr. Diese waren anfangs noch verfügbar, bevor sie kurze Zeit später wieder entfernt wurden.

Die Werte der realen Welt

Für manche Kritiker reichte das jedoch schon aus, um eine neue Debatte über die Altersfreigabe anzuregen. Das Spiel hätte damit eindeutig das Jugendschutzgesetz unterlaufen, sagte Christa Merfert-Diete von der deutschen Hauptstelle gegen Suchtgefahren gegenüber den Westfälischen Nachrichten und nahm damit ebenfalls an, dass die Quests im Spiel dauerhaft verfügbar waren. „Werte der realen Welt werden infrage gestellt“, so Merfert-Diete. Es würde keinen Unterschied machen, ob es sich um eine virtuelle Welt handele. Zudem würden die Inhalte bestehenden Gesetzen entgegenwirken und die Gefahr des Alkoholkonsums verharmlosen.

Auch das Bundesfamilienministerium hat sich diesbezüglich zu Wort gemeldet. Angebote mit der Botschaft „Saufen, um zu gewinnen“ seien sehr kritisch zu sehen. Prof. Christian Pfeiffer äußerte sich gegenüber den Westfälischen Nachrichten ebenfalls und untermauerte seine langjährige Forderung, "WoW" erst ab 18 Jahren freizugeben, wie folgt: „Es verharmlost nicht nur Alkohol, sondern verherrlicht auch Gewalt.“ Pfeiffer hält es für machbar, dass die Länder Bayern und Niedersachsen eine Altersfreigabe ab 18 Jahren durchsetzen.

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