Russland verweigert ARD-Experte Seppelt Einreise

Hajo Seppelt.
Hajo Seppelt.
Foto: dpa
Russland verweigert ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt die Einreise anlässlich der Berichterstattung über die Fußball-WM (14. Juni bis 15. Juli).

Essen. Russland verweigert dem ARD-Journalisten Hajo Seppelt das Visum für die Fußball-Weltmeisterschaft. Das vom SWR für ihn beantragte Visum für die Titelkämpfe vom 14. Juni bis 15. Juli sei für ungültig erklärt worden, teilte der öffentlich-rechtliche TV-Sender am Freitag mit. Seppelt stehe auf einer Liste der in Russland „unerwünschten Personen“ und könne daher nicht in die Russische Föderation einreisen. Nähere Angaben zu den Hintergründen seien nicht gemacht worden.

„Die ARD betrachtet dies als einen einmaligen Vorgang in der Geschichte des ARD-Sportjournalismus und im Hinblick auf die Berichterstattung über Großereignisse wie die Fußball-WM als beispiellosen Eingriff in die Pressefreiheit“, hieß es in der Mitteilung. Bei Sportgroßereignissen wie der Fußball-WM oder den Olympischen Spielen sei der freie Zugang für Medienvertreter aus aller Welt üblicherweise selbstverständlich und gehöre auch zu den Voraussetzungen für die Vergabe an Ausrichterländer.

Investigative Berichte

Seppelt ist durch seine Beiträge zum Thema Doping wie „Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht“ bekannt geworden, die seit 2009 im Ersten ausgestrahlt werden. Er trug damit maßgeblich dazu bei, das russische Doping-System zu enttarnen. „Offenkundig hat die Aufdeckung des Staatsdoping-Systems so große Tragweite, dass Russland glaubt, solche Maßnahmen ergreifen zu müssen. Das spricht für sich“, sagte Seppelt. Der Weltverband Fifa äußerte sich am Freitag zunächst nicht. (fs)

 
 

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