Wildnis vor der Haustüre

Foto: MSG

Auch in heimischen Gefilden gibt es viele Gelegenheiten für spannende Tierbeobachtungen

Man muss ja nicht gleich in Afrika Urlaub machen, wenn man Tiere beobachten will. Auch in heimischen Gefilden gibt es viele Gelegenheiten dafür. Wir haben ein paar zusammengestellt.

Mecklenburg-Vorpommern: Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gibt es ein besonderes Natur-Spektakel zu beobachten: den Zug der Kraniche. Tausende der eleganten Vögel machen im Frühjahr und Herbst in der Region Fischland-Darß-Zingst eine Pause, um Kraft für ihre lange Wanderung gen Norden beziehungsweise Süden zu sammeln. Vor allem im Herbst. Dann sind es über 30 000 Kraniche, die einen mehrwöchigen Zwischenstopp auf ihrem Weg in die Überwinterungsgebiete nach Südfrankreich, Spanien, Portugal und Nordwestafrika einlegen.

Nicht weit entfernt befindet sich das eher unbekannte Naturschutzgebiet Peenetal. Vom Menschen weitgehend unbeeinflusst, mäandert dort die Peene in Richtung Ostsee und bietet vielen Tierarten einen Lebensraum, die woanders keinen Platz mehr haben. Darunter auch Biber und Fischotter. Als „Ranger im Peenetal” kann man Wissenschaftlern eine Woche lang bei der Erforschung der beiden Tierarten helfen.

Info: Tourismusverband Fischland-Darß-Zingst, 038324/64 00, Kranich-Informationszentrum, 038323/805 40

„Ranger im Peenetal” bei Aquila Naturreisen, 039724/26431

Brandenburg: Im Jahr 2004 hat die Heinz Sielmann Stiftung 3442 Hektar der Döberitzer Heide erworben. Davor wurde das Gebiet rund 100 Jahre als militärisches Übungsgebiet genutzt, was erstaunlicherweise einen positiven Effekt auf die Natur hatte: Es entstanden ökologisch wertvolle Offenlandschaften wie Heiden, Sandflächen und Trockenrasen. Diese bieten einen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Damit das auch so bleibt, hat die Heinz Sielmann Stiftung dort Weidetiere angesiedelt, die in Deutschland teilweise ausgestorben waren. Rotwild, Przewalski-Pferde und Wisente. In einer Wildniskernzone sollen die Tiere weitestgehend ungestört und unbeeinflusst leben. Doch der Mensch wird nicht komplett ausgeschlossen. Auf dem weitläufigen Wanderwegenetz kann er das Gebiet zu Fuß erkunden. Und an speziellen Beobachtungspunkten mit etwas Geduld die Tiere beobachten. Wer kein Glück hat, kann sie sich im Schaugehege aus der Nähe anschauen.

Info: Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide, 033234/248 90

Brandenburg/Sachsen: Wölfe sind Heimlichtuer und gehen den Menschen aus dem Weg. Und so bekommt man sie auch kaum zu Gesicht. Trotzdem kann man sich in der Lausitz auf ihre Spuren begeben. Der erste Wolf wurde 1996 im ehemaligen Truppenübungsgebiet Oberlausitz gesichtet. Inzwischen gibt es in der Lausitz sechs Wolfsfamilien. Zwei Biologinnen, Gesa Kluth und Ilka Reinhardt beobachten diese nun seit mehreren Jahren. Das Land Sachsen hat außerdem das "Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz" eingerichtet, um Anrheiner aber auch alle Interessierten über die Wölfe und ihre Lebensweise zu informieren. Außerdem kann man sich bei regelmäßigen Führungen mit dem Leben der Tiere vertraut machen - und mit sehr viel Glück vielleicht auch einen sehen.

Info: Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz, 035772/467 62

Baden-Württemberg: In Baden, gibt es eine Region, die vom Klima besonders begünstigt wird: Der Kaiserstuhl ist der wärmste Teil Deutschlands. Auch deshalb gibt es dort eine Flora und Fauna, die woanders nicht zu finden ist. Vor allem begeisterte Vogelbeobachter kommen auf ihre Kosten. Die absoluten Stars sind der Wiedehopf und der leuchtendbunte Bienenfresser. Und wenn diese sich mal nicht zeigen, kann man sich mit den kulinarischen Köstlichkeiten der badischen Küche trösten.

Info: Nabu Kaiserstuhl e.V.

Schleswig-Holstein: Auf Helgoland gibt es neben den knuffigen Robbenbabys noch eine weitere Natur-Attraktion zu beobachten: den Lummensprung. Jedes Jahr im Juni stürzen sich die etwa drei Wochen alten, noch flugunfähigen Lummenküken vom Lummenfelsen bis zu 50 Meter in die Tiefe. Wegen ihrer Stummelflügel, dem dichten Federkleid und der Luftsäcke im Körper überleben die Kleinen ihren waghalsigen Sprung unbeschadet. Nach Helgoland kommt man im Winter mit dem Seebäderschiff der Reederei Cassen Eils sowie mit den regionalen Fluglinien OLT und Air Hamburg.

Info: Helgoland Touristik, 0180/5643737 (14 ct./Min.)

 
 

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