Tourismusbranche profitierte 2013 von ausländischen Gästen

Wenn auch nur 69 Meter hoch, ist die Siegessäule ein beliebter Aussichtspunkt.
Wenn auch nur 69 Meter hoch, ist die Siegessäule ein beliebter Aussichtspunkt.
Foto: Visit Berlin
Die deutsche Tourismusbranche hat im vergangenen Jahr vor allem von den ausländischen Gästen profitiert. Mit 411 Millionen Übernachtungen könne man rechnen. Die Deutschen selbst verbringen ihren Urlaub gerne im eigenen Land. Erst auf Platz 2 lockt das Mittelmeer mit warmen Klima, Sonne und Meer.

Stuttgart. Der Tourismus in Deutschland hat im vergangenen Jahr vor allem von ausländischen Gästen profitiert. Bei der Zahl der Übernachtungen könne man für 2013 mit einem Rekordwert von 411 Millionen rechnen, sagte Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) am Freitag vor der Eröffnung der Messe Caravan, Motor, Touristik (CMT) in Stuttgart. Die Übernachtungen der ausländischen Gäste seien dabei deutlich stärker gestiegen als die der Inländer. "So konnte Deutschland vom Boom im internationalen Tourismus profitieren."


Weltweit sei die Zahl der grenzüberschreitenden Reisen mit Übernachtungen nach vorläufigen Zahlen um fünf Prozent auf 1,1 Milliarden gestiegen. Dabei nicht eingerechnet sei der Binnentourismus, also der Urlaub im eigenen Land. Gewachsen sei vor allem das Interesse am Reiseziel Europa.

Chinesen erneut Reiseweltmeister

Nehme man allein die Summe der gesamten Reiseausgaben, seien die Chinesen erneut Reiseweltmeister, sagte Lohmann. "Allein, weil es so viele sind." Während die Chinesen pro Kopf 75 US-Dollar für Reisen ausgaben, ließen sich die Deutschen ihren Urlaub im Schnitt 1023 Dollar (753 Euro) kosten. "Knickerig sind die Deutschen offensichtlich nicht", sagte Lohmann.

Auch in diesem Jahr werde die Branche von der weltweiten Reiselust profitieren. Für 2014 werde weltweit mit einem Plus der Ankünfte um drei Prozent gerechnet. Auch die deutschen Reiseveranstalter erwarteten ein Plus bei den Teilnehmern und beim Umsatz.

Deutschland als liebstes Reiseziel

25 Prozent der Deutschen wollen einer Online-Umfrage der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) zufolge mehr Reisen unternehmen als im Vorjahr. 17 Prozent wollen weniger Urlaub machen als 2013. Dabei plant gut ein Drittel der Befragten, mehr auszugeben als im Vorjahr. Liebstes Reiseziel der Deutschen bleibt das eigene Land, gefolgt vom Mittelmeer. 45 Prozent der Befragten wollen 2014 aber ein neues Reiseziel ausprobieren. Chancen sieht Lohmann vor allem für Skandinavien.

Der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Jürgen Büchy, sieht angesichts der erhöhten Zahlungsbereitschaft ein hohes Qualitätsbewusstsein. "Der Preis allein ist nicht mehr das entscheidende Kaufkriterium", sagte er. (dpa)