Schweißlos durch den Schwarzwald

DerWesten
Foto: Foto:Schwarzwald Tourismus

Die Mittelgebirgsregion vermietet Elektro-Bikes für Touren. Das Streckennetz ist gut und eignet sich auch für Mountainbiker

Mit dem Rad vom Tal bis zur Berghütte – das ist im Schwarzwald auch ohne viel Muskelkraft möglich. 17 Städte und Gemeinden in Deutschlands größtem zusammenhängenden Mittelgebirge verleihen nämlich E-Bikes. Zwischen neun und 20 Euro für bis zu vier Stunden oder zwischen 19 und 30 Euro für den ganzen Tag muss der Kunde für so ein Fahrrad zahlen, um mit Hilfe eines 250-Watt-Elektromotors die Gebirgswelt vom Sattel aus erklimmen zu können. Problemlos lassen sich mit den elektrischen Drahteseln auch Regionen weit oberhalb der Täler entdecken.

Wer sich mit dem Elektro-Rad nach oben aufmacht, um die Aussicht auf die Landschaft zu genießen, der kommt allerdings nicht umhin, selbst in die Pedalen zu treten. Denn der leise Elektromotor dient nur der Unterstützung und setzt erst dann automatisch ein, wenn der Radler stärker zu strampeln beginnt. Schneller als 25 Stundenkilometer fährt das E-Bike mit Motor allerdings nicht – sonst bräuchte der Fahrer nämlich einen Führerschein. „Die E-Bikes ermöglichen einer breiten Zielgruppe, angefangen beim trainierten Radfahrer, über Senioren bis hin zu Familien mit Kindern, die Schönheiten des Naturparks gemeinsam per Rad zu erkunden”, ist Karl-Heinz Dunker, Geschäftsführer des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord überzeugt. Damit die Radler nicht die unhandlichen Akkus für die Räder mitnehmen müssen, gibt es zahlreiche Ladestationen auf den verschiedenen Routen.

Kundschaft ist für die E-Bikes zahlreich vorhanden, denn der Schwarzwald genießt mittlerweile unter Radfahrern einen guten Ruf. Mit den E-Bikes werden bislang bestehende Angebote für Mountainbiker ergänzt. Aufgrund der Antriebsunterstützung können auch weniger geübte Radler gemeinsam mit trainierten Fahrern an einer Tour teilnehmen.

Für die vielen Tourismus-standorte im Schwarzwald könnte das E-Bike nicht nur ein ergänzendes Angebot für das traditionelle Besucherpublikum sein. Auch Menschen, die sich nicht mehr allzu viel Anstrengung zutrauen und nach Alternativen suchen, sind angesprochen. Ohnehin hat sich der Tourismus stark in Richtung Radsport gewandelt. Denn während der Höhenzug zwischen Pforzheim und Basel im Winter nach wie vor Wintersportler anzieht, sind die traditionellen Wanderer im Frühjahr, Sommer und Herbst weniger geworden. Die Kombination aus technisch anspruchsvollen Routen und einer beeindruckenden Natur ist es, die die südwestliche Touristenregion bei Radsportlern immer beliebter macht.

So bietet etwa die Mountainbike-Arena im nördlichen Schwarzwald zwischen Murg und Enztal Mountainbikestrecken für Fahrer aller Leistungsklassen auf etwa 800 Kilometern. Im Angebot sind sowohl Touren als auch ein Verleihservice.

Auch für Tourenradler, die sich auf der Fahrt gerne schöne Altstädte und andere Sehenswürdigkeiten anschauen, ist gesorgt. Strecken, wie etwa der gut 95 Kilometer lange Kinzigtal-Radweg, der von Freudenstadt aus bis nach Offenburg führt, stehen ihnen zur Verfügung.

Stephen Wolff