New Yorks Waterfront – Wege unter südlicher Sonne

Wasserfälle in New York. Ein Kunstprojekt  im Jahr 2008 machte die Waterfront noch attraktiver. Foto: afp
Wasserfälle in New York. Ein Kunstprojekt im Jahr 2008 machte die Waterfront noch attraktiver. Foto: afp
Foto: Mario Tama

New York – längst kein Ort mehr fürs Shopping. Fußgängerzonen auf dem Broadway, Strandparties im Seaport , ein Segeltörn auf dem Hudson und Spaziergänge rund um Manhattan, das alles bietet Big Apple seinen Gästen.

Nach rund acht Stunden Flugzeit von Düsseldorf aus erreichen wir New York. Beim Anflug auf Newark Liberty International Airport ist der Himmel über uns strahlend blau. Zu unserer Linken zeigt sich die Skyline von Manhattan. Und wieder einmal packt uns dieser Virus „Big Apple“, können wir es kaum erwarten, in New York einzutauchen.

Schon die Fahrt mit dem Yellow Cab nach Manhattan, rund 45 Minuten bei mäßigem Verkehrsaufkommen, lässt uns den Rhythmus der Stadt spüren. Am Central Park South beziehen wir Quartier in einem der „fancy hotels“, wie die New Yorker sagen, und blicken vom Zimmerfenster auf den wohl schönsten Park der Welt. Nun gilt es, den Jetlag (minus sechs Stunden) zu überwinden, und schon kann ein neues Abenteuer New York beginnen.

Mit dem A-Train Richtung Downtown

Es ist August, die Luft ist tropisch schwül-feucht. Das Thermometer zeigt 32 Grad an. Die Sonne strahlt - genau der richtige Tag, um an Manhattans Waterfront zu entspannen. Am Columbus Circle tauchen wir ein in die Tiefen der „subway“. Mit dem A-Train geht es Richtung Downtown. In der nächsten Station steigen wir um in den E-Train. Hier unten ist es gefühlte 100 Grad heiß, Schweißperlen glitzern auf den Gesichtern der Menschen. Egal, der gekühlte E-Train bringt uns „Express“ zum World Trade Center.

Wir steigen aus direkt an der St. Paul’s Chapel, die kleine Kirche, die wie ein Wunder das Attentat vom 11. September 2001 überlebt hat. Heute ist sie eine Gedenkstätte. Wir verweilen dort einige Minuten in Stille und machen uns dann längs der Baustelle Ground Zero auf den Weg zur Waterfront.

Am World Financial Center, das 1985 bis 88 an der Südspitze Manhattans am Battery Park errichtet und bei den Terroranschlägen schwer beschädigt wurde, beginnt für uns einer der schönsten Spazierwege an der Uferlinie des Hudson River. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten erstrahlt der Büro- und Veranstaltungskomplex (alle namhaften Banken der Welt sind vertreten) mit Marina, schicken Läden und Restaurants im neuen Glanz. Vom imposanten Wintergarten des American-Express-Buildings hat man den besten Blick auf die Baustelle Ground Zero.

Büroangestellte treffen Touristen

Wir gehen weiter über den großen Platz, den sich jetzt in der Mittagszeit hunderte von Büroangestellten mit Touristen teilen. An den Bootsanlegern geben sich luxuriöse Yachten, die Jollen der Manhattan Sailing School und Mittelklasse-Boote ein Stelldichein. Wir setzen uns auf eine der vielen Bänke auf der Esplanade und genießen den Blick auf das gegenüberliegende und angesagte Hoboken, auf Ellis Island und Miss Liberty. Wir schließen die Augen, spüren die warmen Sonnenstrahlen und den frischen Wind, der vom Hudson weht. Leicht schlagen die Wellen an die Kaimauer. Ja, New York ist eine Hafenstadt, die wichtigste an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika.

Wir gehen die Esplanade hinunter Richtung Battery Park, immer den Blick auf Miss Liberty gerichtet. Bäume spenden Schatten. Fußgänger, Radfahrer und Skater teilen sich den breiten Weg. Nannys schieben Kinderwagen. Die Stadt mit ihren Wolkenkratzer scheint weit, weit weg. Unmengen von Gräsern, Pflanzen und Blumen säumen den Weg. Es duftet herrlich und irgendwo sogar nach Lavendel. Ja, wir sind tief im Süden - New York liegt auf dem Breitengrad von Rom. Wir erreichen Battery Park. Hier legen die Ausflugsschiffe zur Statue of Liberty ab. Im Restaurant Battery Garden sichern wir uns einen Platz an der Gartenbar und genießen die Happy Hour beim Sonnenuntergang mit Miss Liberty - traumhaft.

Dieser Spazierweg gehört zu Manhattans Waterfront Greenway, eine 32 Meilen lange Route, die die Insel Manhattan mit inzwischen nur noch wenigen Unterbrechungen umgibt. Dieser „Grünweg“ gestaltet die lange vernachlässigte Uferlinie in eine grüne Oase zum Erholen und in eine Pendlerstrecke – für New Yorker und seine Besucher. Seit 1993 ist das New Yorker Stadtplanungsbüro (Department of City Planning, DCP) aktiv damit beschäftigt, den „Greenway Plan for New York“ umzusetzen, in Kooperation mit dem Verkehrsamt (Department of Transportation), das seit 1997 den „Bicycle Master Plan“ verwirklicht. Am Ende sollen stadtweit (alle Stadtteile) rund 900 Meilen Fuß- und Radwege zur Verfügung stehen.

Ambitionierte Projekte

Eines der ambitioniertesten Projekte der Stadterneuerung wird derzeit in Brooklyn realisiert: der Brooklyn Bridge Park. Dort, wo die alten, hässlichen und längst ausgedienten Piers vor sich hin rotteten, entstehen neue Erholungsgebiete. Und einer davon, ein Biotop, wird sogar für den Menschen gesperrt bleiben. Der erste dieser sechs Piers wurde diesen Sommer eröffnet. Gleich neben der Brooklyn Bridge sind Wiesen, Spazierwege und Spielplätze entstanden, Schatten spendende Bäume gepflanzt worden – alles direkt am Ufer des East River.

Etwas oberhalb des East River gehen wir im historischen Brooklyn Heights auf der Promenade spazieren und genießen einen atemberaubenden Blick auf Manhattan, das Chrysler- und Empire State Building, Brooklyn und Manhattan Bridge. Bronzeplatten auf dem Boden zeigen aber auch noch die alte Skyline –u.a. mit dem World Trade Center. Und irgendwann wird eine neue hinzukommen. Heute genießen wir den Sonntagnachmittag auf der Promenade und lassen uns den frischen Wind vom East River um die Nase wehen.

Auch im Winter nach anstrengendem Christmas-Shopping sind diese Spaziergänge an der grünen Linie Manhattans entlang wunderbare Erholung.

 
 

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