Mühlengrabenbrücke

Schon 1282 wird eine Brücke in Kettwig genannt, sie lag etwa 400 Meter östlich der heutigen Brücke und war aus Holz. Im 15./16. Jahrhundert wurde sie durch eine steinerne Brücke – ungefähr an der heutigen Stelle – ersetzt, die wohl zweigeteilt und durch eine Fährinsel mitten im Fluss verbunden war. Doch nach der Zerstörung der Steinbrücke im Dreißigjährigen Krieg 1635 existierte selbst im folgenden Jahrhundert nur eine hölzerne Fußgängerbrücke über den als Mühlengraben genutzten Nebenarm der Ruhr, während der tiefere Hauptarm in jedem Falle mit Fährbooten gequert werden musste.

Fuhrwerke mussten sogar eine Furt im Mühlengraben nehmen, um zur Fährinsel oder zum Kettwiger Ufer zu gelangen. Es vergingen mehr als 150 Jahre seit dem Abbruch der großen Steinbrücke, bis 1786 der Werdener Abt Bernhard Bierbaum wenigstens anstelle der hölzernen Mühlengrabenbrücke eine steinerne Brücke errichten lassen konnte, die nun auch für Fuhrwerke benutzbar war.

Der mittlere Bogen dieser Brücke trägt noch das Wappen des Abtes. Wenn man heute von der großen Kettwiger Ruhrbrücke über den Fluss blickt, kann man sich seinen einstigen Verlauf kaum noch vorstellen: Hochwasser und Verlagerungen des Flussbetts im Laufe der Zeiten sowie Stauseeanlagen und künstliche Regulierungen im 20. Jahrhundert haben seine Lage ziemlich verändert.

 
 

EURE FAVORITEN