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Mit Hund und Vogel in den Urlaub

Viele Menschen wollen ihr Haustier mit in den Urlaub nehmen. Mit dem Auto ist das meist unkompliziert möglich. Doch nicht jedes Tier sollte seinen Besitzer in den Urlaub begleiten. Manchmal ist es sinnvoller, es in seiner gewohnten Umgebung oder einer Tierpension betreuen zu lassen.

Bonn (dapd). Viele Menschen wollen ihr Haustier mit in den Urlaub nehmen. Mit dem Auto ist das meist unkompliziert möglich. Doch nicht jedes Tier sollte seinen Besitzer in den Urlaub begleiten. Manchmal ist es sinnvoller, es in seiner gewohnten Umgebung oder einer Tierpension betreuen zu lassen. Obwohl die Mitnahme bei Kleintieren auf den ersten Blick am einfachsten scheint, sollten gerade diese lieber zu Hause bleiben, sagt Marius Tünte vom Tierschutzbund: „Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel sind besonders stressanfällig und können auf diesen extrem reagieren.“ Temperaturveränderungen, Hitze, lange Fahrten und die veränderte Umgebung lassen den gemeinsamen Urlaub für diese Tiere zu einem gesundheitlichen Risiko werden.

Bei Hunden gebe es dagegen in der Regel keine Probleme, denn die seien Rudeltiere und am liebsten immer und überall dabei, sagt der Heimtierexperte. Außerdem könnten Hunde sich relativ gut auf unterschiedliche klimatische Bedingungen einstellen und fühlten sich am Strand genauso wohl wie in den Bergen. Ganz unvorbereitet sollte man jedoch nicht starten: „Die Fahrt in den Urlaub sollte nicht die erste längere Autofahrt sein. Besser ist es, wenn man vorher schon ausprobiert, wie der Hund auf längere Strecken reagiert.“ Bedeute es für den Vierbeiner Stress, sollte ein Reiseziel gewählt werden, das keine stundenlange Anfahrt erfordere.

Bei Katzen ist die Entscheidung schwieriger: „Die meisten Katzen fühlen sich in ihrem eigenen Revier am wohlsten“, betont Tünte. Das bedeute jedoch nicht, dass sie grundsätzlich zu Hause bleiben müssen. Ist das Tier keinen ausgiebigen Freigang gewöhnt und sehr auf seinen Besitzer geprägt, könnte es mit dem gemeinsamen Urlaub klappen: „Hier müsste jeder selbst eine ehrliche Einschätzung treffen, ob es für sein Tier Stress bedeuten würde und es nicht zu Hause glücklicher wäre.“ Der Urlaub sollte dann nicht zu kurz ausfallen, damit dem Tier genügend Zeit zur Eingewöhnung bleibt. Optimal wäre eine Ferienwohnung mit viel Platz. Denn nach draußen lassen sollte man die Katze am Urlaubsort nicht, mahnt der Experte. Es bestehe die Gefahr, dass sie in der fremden Umgebung nicht zurückkomme.

Für Hund und Katze gilt: Damit sich das Tier schnell an die neue Umgebung gewöhnen kann, sind vertraute Gegenstände wichtig. Wie beispielsweise das bewährte Kissen oder die Decke zum Liegen, das Lieblingsspielzeug und der eigene Fressnapf. Man sollte auch einen Vorrat des gewohnten Futters einpacken, da es dieses am Urlaubsort vielleicht nicht gibt: „Die Kombination aus ungewohnter Umgebung und gleichzeitiger Futterumstellung könnte das Tier überfordern“, sagt Tünte. Ratsam sei außerdem, sich vom Tierarzt eine kleine Reiseapotheke zusammenstellen zu lassen.

Nicht vergessen werden sollten Vorkehrungen für den sicheren Transport, betont der Experte. Im Auto bestehe auch für Tiere eine Sicherungspflicht. „Für Hunde gibt zum Beispiel Gurtsysteme, die auf dem Rücksitz mit dem vorhandenen Autogurt verbunden werden können“, sagt Tünte. Kleinere Hunde und Katzen reisen am sichersten in einer Transportbox, die hinter dem Vordersitz auf dem Boden stehen sollte. Weitere Informationen und Rat rund um das Thema „Tiere und Urlaub“ – auch zur Betreuung zu Hause – gibt es bis September bei der kostenlosen Urlaubshotline des Tierschutzbundes, Tel.: 0228/6049627 sowie im Internet unter tierschutzbund.de

dapd

2012-07-11 07:32:48.0