Mallorca durch die Windschutzscheibe

Foto: ddp

Im Winter ist auf der Baleareninsel Bequemlichkeit erlaubt – Eine wildromantische Fahrt

Herbst und Winter sind bestens geeignet, Mallorca für ein paar Tage einen Besuch abzustatten. Die Insel zeigt dann zwei Gesichter: eine immer noch lebendige touristische Infrastruktur und stellenweise melancholische Einsamkeit in wunderschönen Landschaften. Die landschaftlichen Trümpfe der Insel steuert man idealer Weise im Mietwagen an, der am Flughafen Son Sant Joan bei Palma bereitsteht.

Wohin fahren? Nicht lange fackeln. Mallorca ist bei Urlaubern nicht umsonst so unglaublich beliebt; die landschaftliche Vielfalt und die kulturellen Attraktionen der Insel sind in ihrer Anziehungskraft so unübertroffen wie verschieden. Entscheidungsfreude ist angesagt. Wer sich zum Beispiel in den Norden aufmacht, wo im Serra-de-Tramuntana-Gebirge mit dem Puig Major (1445 Meter) der höchste Berg Mallorcas wartet, kann diesen Entschluss nicht bereuen. Im Herzen der Gebirgsregion und nur fünf Kilometer vorm Meer liegt Sóller, eine lebendige Kleinstadt mit zahlreichen Geschäften, Cafés und Palästen. Schon die 35 Kilometer lange Fahrt von Palma nach Sóller ist ein Erlebnis. Kurz hinter Alfabia steigt die Straße in Serpentinen bis auf 500 Meter hoch und überquert als wildromantischer Pass den Höhenzug vor Sóller. Schön ist auch ein Abstecher nach Puerto de Sóller, dem reizvollen Hafenort der Stadt.

Zwischen Puerto de Sóller und Sóller zweigt in westliche Richtung eine kleine Straße ab, die als Bergstrecke hoch über der Steilküste, vorbei an uralten Olivenbäumen nach Deià führt. Das um einen Hügel gruppierte Bergnest wurde einst – als es seine Bewohner längst verlassen hatten – vor allem von Künstlern und Aussteigern wiederentdeckt und belebt. Zwar war die einstige Metzgerei bereits geschlossen und sollte auch nie mehr öffnen, doch heute finden sich in Deià zig Bars, Restaurants und einige Galerien. Der restaurierte Ort am Hang ist eine Augenweide.

Wer möchte, kann von Sóller auch in nordöstliche Richtung aufbrechen und erreicht nach 50 Kilometern kurvenreicher, bergiger Fahrt das Cap de Formentor, Mallorcas nördlichsten Zipfel (natürlich mit Leuchtturm). Kurz davor führt die Straße durch das malerische Pollença. Der einst von Engländern entdeckte Ort ist in seiner traditionellen Anlage bis heute erhalten und dennoch alles andere als museal. Zahlreiche Läden und Galerien warten auf Besucher, auf den Plätzen und in den Cafés pulsiert das Leben. Für die Atmosphäre im Ort, das „savoir vivre“, ist auf der Insel eine eigene Bezeichnung entstanden: der „Pollençinismus“.

 
 

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