Kunstschnee ist keine Wunderwaffe für die Mittelgebirge

Durch die warmen Temperaturen wird in den Skigebieten oft auf künstlichen Schnee gesetzt.
Durch die warmen Temperaturen wird in den Skigebieten oft auf künstlichen Schnee gesetzt.
Foto:  Carezza Ski/ Laurin Moser
Immer häufiger kommt Kunstschnee in den Skigebieten zum Einsatz. Doch nicht jeder ist mit den künstlichen Pisten der Schneekanonen einverstanden.

Essen.. Mehr als die Hälfte der Deutschen lehnt den Einsatz von Kunstschnee in Skigebieten ab. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage.

Ein Ergebnis, das wenig verwunderlich ist. Immer mehr Menschen hinterfragen kritisch, ob es wirtschaftlich und vor allem ökologisch Sinn macht, alles für weiße Pisten zu tun, was technisch möglich ist. Ist man ehrlich, stellt man fest, dass eine ordentliche Portion Ignoranz dazugehört, bei Plusgraden mit neuester Technik aus Israel Eiskristalle im Sauerland rieseln zu lassen. Fünf Millionen Euro kostet so eine Schneewunderwaffe – der Preis dafür, Skifahren vom Wetter zu entkoppeln.

Aber kann das die Zukunft sein?

Ich, ein begeisterter Wintersportler, denke nicht. Vielmehr müssen sich insbesondere die Mittelgebirge von der Idee eines funktionierenden Skitourismus verabschieden. Dieses Geschäft ist seriös nicht mehr planbar.

Auch viele Alpenorte wären gut beraten, ihre touristische Lebensgrundlage diesbezüglich zu hinterfragen. Ein Geschäftsmodell, das darauf beruht, 80 Prozent der Jahreseinnahmen im Zeitraum Dezember bis März zu erwirtschaften, hinkt gewaltig. Und führt dazu, dass Winterurlaub immer teurer wird.

Wärmste Periode seit 1300 Jahren

Nur Träumer glauben noch, dass es wieder Winter wie zu Großvaters Zeiten geben könnte. Zwar wird es immer wieder tolle Schneewinter geben. Doch Fakt ist: Die Alpen stecken nach Aussage der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik mit Sitz in Wien in der wärmsten Periode seit 1300 Jahren. Wer die Augen auf macht, sieht das aber auch so klar und deutlich. Hier mit Kunstschnee dagegen zu halten, ist auf Dauer aussichtslos.

Aber davon mal ganz abgesehen: Weiße Pisten, die sich durch grüne Landschaften schlängeln, wirken auch irgendwie unreal.

 
 

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