Idee des Katzen-Cafés in Berlin stammt aus Japan

In Japan kostet das Kuscheln mit Katzen im Katzen-Café sechs Euro pro halbe Stunde.
In Japan kostet das Kuscheln mit Katzen im Katzen-Café sechs Euro pro halbe Stunde.
Ein recht skurriles Café: In Berlin-Neukölln hat Andrea Kollmorgen ein Café eröffnet, wo man neben den Genuss von Kaffee und Co. auch mit Katzen schmusen und spielen kann. Diese Geschäftsidee stammt ursprünglich aus Japan. Viele Kunden besuchen das Café hauptsächlich nur wegen den Katzen.

Berlin. Katzen leben an der Thomasstraße in Berlin-Neukölln sicher einige: Auf der einen Straßenseite wohnen viele Senioren, von denen mancher ein Haustier hat, auf der anderen liegt ein Friedhof, das ideale Jagdgebiet für Mäusefänger. Zwei Katzen sind jedoch die unangefochtenen Stars der Straße: Caruso und Pelle spielen die Hauptrolle in "Pee Pees Katzencafé", dem ersten Lokal dieser Art in der Hauptstadt. Die aus Japan stammende Geschäftsidee setzt auf die Sehnsucht der Menschen nach Katzen. Die Tiere dürfen nämlich bei Kaffee und Kuchen gestreichelt und geherzt werden.

Café-Besitzerin Andrea Kollmorgen, Spitzname "Pee Pee", gefiel das Konzept aus dem Fernen Osten sofort. Als die 48-jährige im März ihre Arbeit als Sekretärin verlor, stand für sie fest, dass ein Katzencafé ihr Weg in die Selbstständigkeit würde. Die jungen Kater Pelle und Caruso machten den Plan perfekt.

Die Katzen präsentieren sich gerne

Kollmorgen bekam die beiden grau getigerten Straßenkatzen von dem Verein Katzen in Not. Sie besitzt zwar selbst drei Kater, doch fürs Café brauchte sie Tiere, die mit ständig wechselndem Publikum klarkommen. "Caruso und Pelle sind nicht scheu und präsentierten sich gern", sagt sie.

Bevor die Tiere auf die Gäste losgelassen wurden, testete ein Amtstierarzt ihr Aggressionspotenzial. "Ich musste die Katzen auf den Arm nehmen, und dann hat er sie ein bisschen mit dem Finger geärgert", erzählt Kollmorgen. Weil die Katzen das nicht störte, wurden sie als "unbedenklich" eingestuft. Die Hygieneauflagen sind in dem Café besonders hoch, ständiges Wischen und Fegen ist Pflicht.

Durchs Café zieht dennoch ein leichter Duft nach Kater, mit dem Pelle und Caruso ihr Revier markiert haben. Ein Freigang Richtung Friedhof ist nicht erwünscht, und auch die Katzen leben offenbar lieber zwischen Kaffeetassen.

Die Café-Idee kommt gut an

Seit der Eröffnung vor einer Woche ist das Katzen-Café gut besucht. Ruth Wessels-Klinkert und ihr zwölfjähriger Sohn Roman, Touristen aus Bielefeld, sind schon zum zweitem Mal hier. "Hier kommt man schnell miteinander ins Gespräch", sagt Wessels-Klinkert, Katzen hätten "etwas Verbindendes". So habe bei ihrem ersten Besuch die Frau am Nebentisch gleich von ihrer verstorbenen Katze erzählt. "Sie wollte gern mal wieder eine Katze streicheln", sagt Wessels-Klinkert, die zu Hause einen sogenannten Freigänger hat, der nur zum Schmusen und Ausruhen ins Haus komme.

Auch das Pärchen am Nebentisch hat zu Hause Katzen. Die beiden Touristen aus Lübeck wollen sehen, wie die Verbindung von Kaffee und Katze funktioniert. Das Dekor des Cafés begeistert sie. Ein Katzen-Mobile baumelt von der Lampe, die Aquarelle an der Wand zeigen Katzen, die Kissen sind mit Katzenmotiven bedruckt, selbst die Uhr ist eine Katze.

Caruso und Pelle liegen derweil auf einer weißen Liege, die aber auch von Besuchern genutzt werden darf. "Am Wochenende hat eine Frau darauf mit Pelle im Arm geschlafen", berichtet Kollmorgen. Ihre Gäste verhielten sich öfter untypisch. So spielten viele Männer auf dem Boden liegend mit den Katzen. "In Japan kostet eine halbe Stunde Katze streicheln sechs Euro - wenn ich das nehmen würde, wäre ich schon reich", freut sich Kollmorgen über den Andrang auf ihr Café. (afp)

 
 

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