Germanwings-Airbus entging 2010 in Köln offenbar knapp Katastrophe

Ein Germanwings-Airbus mit knapp 150 Menschen an Bord ist 2010 offenbar knapp einer Katastrophe entgangen.
Ein Germanwings-Airbus mit knapp 150 Menschen an Bord ist 2010 offenbar knapp einer Katastrophe entgangen.
Gift in der Kabinenluft? Bei Germanwings hat es im Jahr 2010 mindestens zwei Fälle von Gasaustritt gegeben. Beim Landeanflug auf den Flughafen Köln-Bonn verloren Piloten einem Bericht zufolge fast ihr Bewusstsein. Germanwings soll den Zwischenfall angeblich zunächst vertuscht haben. Am Freitag soll das Thema auf Antrag der Grünen im Bundestag debattiert werden.

Berlin.. Ein mit 149 Menschen besetzter Airbus 319 der Lufthansa-Tochter Germanwings ist im Dezember 2010 offenbar knapp einer Katastrophe entgangen. Beide Piloten der Germanwings-Maschine bemerkten beim Landeanflug auf Köln einen "außergewöhnlichen Geruch" und "eine deutliche Beeinträchtigung ihres körperlichen und kognitiven Leistungsvermögens", wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Bundesstelle für Fluguntersuchungen (BFU) hervorgeht. Sie hätten ihre Sauerstoffmasken aufgesetzt und "Luftnotlage" erklärt.

Germanwings-Piloten fühlten sich "surrealistisch"

Beide hätten ihre Verfassung kurz vor der Landung auf dem Flughafen Köln-Bonn "als surrealistisch und wie in einem Traum" beschrieben, hieß es. Das Radioprogramm "NDR Info" und die Tageszeitung "Die Welt" berichteten, Germanwings habe der BFU zunächst wichtige Informationen zu dem Zwischenfall vorenthalten.

Erst nachdem die Behörde Ende 2011 weitere Informationen erhalten hätte, habe die Lufthansa-Tochter die Untersuchung mit gut einjähriger Verspätung aufgenommen und nun einen Zwischenbericht erstellt.

Germanwings-Sprecher bestätigt zweiten Vorfall mit Gas im Cockpit

Wie am Freitag bekannt wurde, gab es bei der Lufthansa-Tochter 2010 mindestens noch einen zweiten Vorfalle mit Gasaustritt im Cockpit. Der Sprecher der Fluggesellschaft, Heinz Joachim Schöttes, berichtete von einem Zwischenfall in Dublin, der dem vom Dezember 2010 in Köln ähnele. Einzelheiten über den zweiten Zwischenfall nannte Schöttes nicht; er sei aber auch folgenlos für Passagiere und Besatzung geblieben.

Luftfahrtexperten sehen den Germanwings-Fall den Medienberichten zufolge vor dem Hintergrund einer seit Jahren geführten Diskussion über Giftstoffe in der Kabinenluft von Passagierflugzeugen.

Zwischenfall soll Thema im Bundestag werden

Das Thema solle am Freitag auf Antrag der Grünen auch im Bundestag debattiert werden, hieß es. Die Grünen haben die Bundesregierung aufgefordert, Langzeitmessungen zur Belastung der Kabinenluft mit Schadstoffen zu veranlassen.

Mutmaßliche Gasentwicklung an Bord eines Germanwings-Airbus beschäftigt Grüne

Der konkrete Fall bei der Fluglinie Germangwings führe die "Dramatik des Problems vor Augen", sagte der Luftfahrtexperte der Grünen-Fraktion, Markus Tressel: "Das ist eine schwere Gefahr für Leib und Leben der Menschen, die im Flugverkehr beschäftigt sind, aber auch der Passagiere. Und im schlimmsten Fall kann dies zu einem Absturz des Flugzeugs führen." (mit dapd)

 
 

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