Gedanken zum zehnjährigen Bestehen des Flughafens Weeze

Christian Leetz
Die meisten Flüge am Flughafen Weeze sind Flüge des Billiganbieters Ryanair.
Die meisten Flüge am Flughafen Weeze sind Flüge des Billiganbieters Ryanair.
Foto: Getty
Trotz konstant schwarzer Zahlen steht der Flughafen Weeze, der am 1. Mai sein zehnjähriges Bestehen feierte, auf wackeligen Beinen. Denn 90 Prozent der Flüge werden von Ryanair durchgeführt. Ließen die Iren den Standort fallen, wäre es vorbei mit den schwarzen Zahlen.

Essen. Herzlichen Glückwunsch! Der Flughafen Weeze hat am 1. Mai sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Aber gibt es wirklich soviel Grund zum Feiern? Geschäftsführer Ludger van Bebber jedenfalls jubelte, dass man seit 2007 konstant schwarze Zahlen schreibe; dass es kaum Flughäfen in Deutschland gebe, die „ein derart konstantes Wachstum“ hingelegt hätten.

Auf wackeligen Beinen

Aber Weeze steht auf wackeligen Beinen: 90 Prozent aller Flüge werden von Ryanair durchgeführt. Als der irische Billigflieger 2012 mal eben 13 Verbindungen strich, war es vorbei mit den guten Zahlen. Ließen die Iren den Standort fallen, gehen ohne Wenn und Aber die Lichter aus.

Dazu ist die Erfolgsgeschichte zumindest zu einem Teil auf Kosten der Stadt Kleeve erkauft. Die Stadt wandelte einst Zinsschulden, die der Flughafen hatte, in Anteilsscheine um – und hängt seitdem auf Gedeih und Verderb mit drin in dem Projekt. Kritiker sehen schon jetzt eine Dauersubventionierung durch Steuergelder. Allerdings: Die Betreibergesellschaft gehört zu 99,93 Prozent dem Niederländer Herman Buurman.

Nutzen längst bewiesen

Unbestritten: Der Niederrhein-Airport hat seinen Nutzen für gut 2,5 Millionen Reisende jährlich längst unter Beweis gestellt. Und er ist einer der wenigen Regioflughäfen, die vielleicht auf Dauer Sinn machen.