Die SPD will sich ein Kreuzfahrtschiff zulegen

DerWesten
Auch die SPD will von Kreuzfahrten profitieren. Die parteieigene Beteiligungsgesellschaft DDVG soll bald auch die Vermarktung eines Kreuzfahrtschiffes übernehmen. (Foto: dapd)
Auch die SPD will von Kreuzfahrten profitieren. Die parteieigene Beteiligungsgesellschaft DDVG soll bald auch die Vermarktung eines Kreuzfahrtschiffes übernehmen. (Foto: dapd)
Foto: ddp/Festival Cruises
Die SPD-eigene Holding DDVG erweitert den Kreis ihrer Beteiligungen. Das kündigte Schatzmeisterin Barbara Hendricks am Mittwoch an. Die Partei wolle künftig auch Kreuzfahrten veranstalten und dazu die Vermarktung eines Kreuzfahrtschiffes übernehmen.

Berlin. Die SPD steigt in das Geschäft mit Kreuzfahrten ein. „Ab Mai 2012 werden wir das Kreuzfahrtschiff „MS Princess Daphne“ exklusiv für den deutschen Mark anbieten“, sagte SPD-Schatzmeisterin Barbara Hendricks am Mittwoch in Hamburg. Das Geschäft werde über die SPD-Reiseservice GmbH organisiert.

Die in der SPD-Beteiligungsholding DDVG organisierte Reisetochter habe 2010 bei 8 Millionen Euro Umsatz 240.000 Euro Gewinn erzielt. Hendricks kündigte an, die Partei wolle die Reisetochter ausbauen. Die in Berlin angesiedelte Firma soll von jetzt 11 Mitarbeitern auf 22 wachsen.

Beteiligungen bei Medien, Touristik und Handel

Die SPD ist die einzige Partei, die zu ihren Vermögenswerten auch Unternehmen zählt. Dazu zählen die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG), über die die Partei unter anderem an mehreren Zeitungen beteiligt ist, und die Immobilien-GmbH „Konzentration”.

Auf der Website der DDVG heißt es zur Unternehmens-Philosophie: „Die DDVG öffnet sich Engagements, sofern sie eine solide wirtschaftliche Perspektive haben und eine attraktive Rendite erwarten lassen. Beispiele hierfür sind Investitionen in Zeitschriften, in das Tourismusgeschäft oder in Handelsgeschäfte.“

DDVG erwirtschaftete 6,5 Millionen Euro für die SPD-Kasse

Hendricks stellte am Mittwoch auch den Jahresabschuss der DDVG vor. Zum ersten Mal seit 1993 wies die Gesellschaft einen Verlust aus, 14 Millionen Euro. Ursache der roten Zahlen ist die Krise der Tageszeitung "Frankfurter Rundschau", an der die SPD mit 40 Prozent beteiligt ist. Die DDVG schrieb 24 Millionen Euro auf ausgereichte Darlehen ab, laut Geschäftführer Jens Berendsen den größten Teil davon für die "FR". Zur DDVG gehören neben dem "FR"-Anteil Beteiligungen etwa an der "Neuen Westfälischen", der "Sächsischen Zeitung" oder dem Magazin "Öko-Test". Auch drei Druckereien gehören dem Unternehmen.

Die SPD bekommt trotz des aktuellem Verlust wie jedes Jahr Geld von ihrer Kommerz-Tochter: Netto 6,5 Millionen Euro gehen an die Partei. Das Geld wurde aus den nicht ausgeschütteten Gewinnen früherer Jahre bezahlt. "Die SPD steht finanziell stabil da", sagte Schatzmeisterin Hendricks.

Das Kreuzfahrtschiff „MS Princess Daphne“ fährt laut internationalem Schifffahrtsregister unter portugiesischer Flagge und ist auf der Insel Madeira registriert. Das Passagier-Schiff wurde 1955 in Dienst gestellt und war unter dem Namen "Port Sydney" als Frachtschiff zwischen Australien und Großbritannien unterwegs. Erst später wurde es zum Kreuzfahrtschiff umgerüstet, schreibt die Reederei auf ihrer Website. Das Schiff ist 161 Meter lang und 22 Meter breit, bietet Platz für knapp 500 Passagiere. Aktuell ist die Princess Daphne in der Ostsee unterwegs. (dapd/dae/WE)