Der Niedergang von Thomas Cook

Pascal Brückmann
Wie sieht die Zukunft für Thomas Cook aus? Insolvenz oder Übernahme?
Wie sieht die Zukunft für Thomas Cook aus? Insolvenz oder Übernahme?
Foto: getty
Das Reiseunternehmen Thomas Cook steht vor dem Niedergang. In nur einer Woche fiel der Kurs des britischen Toursikikkonzerns um 70 Prozent. Eine Übernahme ist wahrscheinlich. Aber durch wen? Ein Kommentar von Pascal Brückmann.

Essen. 

Was würde nur Thomas Cook, Gründer des gleichnamigen Reiseveranstalters und Erfinder der Pauschalreise, sagen?! Wahrscheinlich wäre er mindestens so erschüttert wie eigentlich alle Branchenvertreter, die den Niedergang des börsennotierten Reise-Riesen derzeit verfolgen. Der Aktienkurs ist in dieser Woche um 70 Prozent eingebrochen, da der britische Touristikkonzern völlig überraschend weitere 116 Mio. Euro Kredit benötigt. Ob die Banken diesen Wunsch erfüllen können und wollen, ist durchaus ungewiss. Theoretisch ist eine Insolvenz also nicht ausgeschlossen.

Wahrscheinlicher ist aber eine Übernahme. Fragt sich nur durch wen? Zumindest den großen Marktteilnehmern (TUI, Rewe Touristik) dürften wohl die Kartellhüter das Geschäft versagen. Gleichzeitig gilt es zu bedenken, dass bei einer Übernahme auch der Schulden-berg von jetzt schon über einer Milliarde Euro abgetragen werden müsste. Tragisch in diesem Zusammenhang ist, dass die Geschäfte der deutschen Cook-Töchter (Neckermann, Öger, Bucher etc.) recht gut laufen. Die Schattenseite der globalisierten Wirtschaft zeigt ihr Gesicht.

Ihre Meinung: Euro-Krise und schlechte Konjunkturaussichten. Steht bei Ihnen nun der Urlaub auf der Streichliste? Mailen Sie an: p.brueckmann@waz.de