Das bieten die Treueprogramme der Hotelketten

Verschiedene Hotelketten bieten Stammkunden Bonusprogramme. Doch welche lohnen sich wirklich?
Verschiedene Hotelketten bieten Stammkunden Bonusprogramme. Doch welche lohnen sich wirklich?
Zum Stammkundenclub einer Hotelkette zu gehören schadet nie. Ohne Treuebezeugung keine Sonderbehandlung. Aber welches Programm ist das richtige?

Essen.. Der späte Gast kam ohne Voranmeldung. Wegen einer großen Messe war in Berlin jede Badewanne besetzt. Doch als der Fremde seine Brieftasche öffnete und ein unscheinbares Kärtchen zückte, beeilte sich die Rezeptionistin zu versichern: „Wir werden ganz bestimmt etwas für Sie finden!“ Der Gast bekam erst ein Glas Champagner, dann die Suite mit Blick auf den deutschen Dom – für einen Diamond VIP öffnen sich bei Hilton eben alle Türen.

Zum Stammkundenclub zu gehören, kann bei keiner Hotelkette nicht schaden. Ohne eigene Treuebezeugung gibt es keine Sonderbehandlung. Aber welches Programm ist das richtige?

Das Europäische: Accor Le Club

Das einzige originär europäische unter den großen Hotelprogrammen gibt sich seit vergangenem Sommer frisch geliftet. „Le Club“ schafft den Spagat zwischen Economy- und Luxusmarken deutlich besser als sein Vorgänger. Zwar stören immer noch die unterschiedlichen Gutschriften für Ibis und den Rest der Accor-Markenwelt (für Ibis Budget gibt es weiter gar keine Punkte), aber immerhin sind die Gutschriften jetzt bei allen Marken und an allen Wochentagen einsetzbar. Servicevorteile wie bevorzugtes Check-in umgarnen bereits das einfache Mitglieder ohne Status. Ab dem Silberkärtchen sind dann Late Check-outs die Regel, Goldkunden werden mit Upgrade bei Verfügbarkeit gelockt.
Accor Le Club: 2700 teilnehmende Hotels, 25 Punkte Gutschrift pro zehn Euro, Prämiennacht ab 4000 Punkten, Punkteverfall nach zwölf Monaten ohne Aktivität, Silberstatus ab zehn Nächten bringt 25 Prozent mehr Punkte.
www.accorhotels.com

Das Bürgerliche: Best Western Rewards

Bei der größten Kooperation selbstständiger Hoteliers darf Mittelklasse getrost als Auszeichnung gelten. Gutschriften gibt es für fast alle Raten, Prämien in Deutschland erst ab 12.000 Punkten. Wer es sich nachher anders überlegt, kann seine Punkte in Air-Berlin-Topbonus-Meilen tauschen. Besser überlegt man sich gleich, auf was man sparen will. Die Meilenhaltbarkeit entspricht dem Branchenstandard: Werden nach dem letzten Aufenthalt ein Jahr lang keine Punkte gesammelt, verfallen alle gesammelten. Insgesamt ist Best Western Rewards ein solides Programm, sein Hauptvorteil die breite Verfügbarkeit quer durch Deutschland und die Welt. Ärgerlich sind die sehr unterschiedlich teuren Prämiennächte. Das liegt wohl daran, dass jeder Hotelier diese Raten selbst ansetzen darf.
Best Western Rewards: 4200 teilnehmende Hotels, zehn Punkte Gutschrift pro Dollar, Prämiennacht ab 8000 Punkten, Punkteverfall nach zwölf Monaten ohne Aktivität, Platinumstatus ab 15 Nächten bringt zehn Prozent mehr Punkte.
www.bestwestern.de/rewards

Das Doppelte: Hilton HHonors

Dies ist aktuell das beliebteste Programm in den USA. Gutgeschrieben werden Punkte auf die gesamte Rechnung, auch auf Essen und Trinken, Wäscherei und Pay-TV. Hauptpluspunkte sind der von Hilton erfundene Double Dip – man bekommt gleichzeitig Punkte und Meilen im Airlineprogramm seiner Wahl – sowie das Gratisfrühstück für Goldmitglieder. Für eine Prämie dürfen die Punkte von zwei Sammlern kombiniert werden. Eine Prämiennacht kostet je nach Hotelkategorie zwischen 5000 und 95.000 Punkten. Ein Schnäppchen sind die von Zeit zu Zeit angebotenen „Point Stretcher“: Sie machen zu bestimmten Terminen eine Prämiennacht um 40 Prozent billiger. Punkte verfallen nur, wenn innerhalb eines Jahres keine Kontobewegung stattfand. Extrapunkte zu verdienen gibt es mit der Hilton Honors-Kreditkarte.
Hilton HHonors: 3900 teilnehmende Hotels (Hilton, Doubletree, Conrad), bis 15 Punkte Gutschrift pro Dollar, Prämiennacht ab 5000 bis 95.000 Punkten, Punkteverfall nach zwölf Monaten ohne Aktivität, Silberstatus ab zehn Nächten bringt 15 Prozent mehr Punkte.
hhonors3.hilton.com

Das Riesige: IHG Rewards Club

Beim ältesten und größten Hotelbonusprogramm erfolgen Gutschriften auf die komplette Hotelrechnung. Für 10.000 Punkte kann man eine Übernachtung in einem Holiday-Inn-Hotel einlösen, für InterConti-Hotels muss man 30.000 bis 40.000 Punkte anlegen. „Hotels Anywhere“ nennt sich ein Programm, das überall eingelöst werden kann, wo American-Express-Kreditkarten akzeptiert werden – auch in Hotels der Konkurrenz. Einmal gesammelte Punkte-Guthaben sind zeitlich unbefristet gültig. Prämien können auf den Namen jeder beliebigen Person ausgeschrieben werden. Die Goldkarte wird ab 15 Übernachtungen pro Kalenderjahr ausgestellt.
IHG Rewards Club: 4700 teilnehmende Hotels (Inter-Conti, Holiday Inn, Crowne Plaza), zehn Punkte Gutschrift pro Dollar, Prämiennacht ab 10.000 Punkten, kein Punkteverfall, Goldstatus ab 15 Nächten bringt zehn Prozent mehr Punkte.
www.ihg.com

Das Ewige: Marriott Rewards

Der Hotelriese aus Salt Lake City schreibt zehn Punkte pro ausgegebenem Dollar oder Gegenwert gut, bei den günstigeren Marken wie Courtyard allerdings nur auf die Zimmerrechnung ohne Extras. Fünf Punkte pro Dollar sind beim Luxuspartner Ritz Carlton zu holen. Ein echtes Plus: Marriott schränkt Langzeitgäste beim Sammeln nicht ein. Eine Prämienübernachtung in der günstigsten Kategorie ist 7500 Punkte wert, in der teuersten sind es 45.000 Punkte, bei Ritz-Carlton geht es bis 70.000 Punkte. Die fünfte Prämiennacht ist stets kostenlos. Wer will, kann ab 5000 Punkten in ein besseres Zimmer upgraden. Punkte verfallen nicht, Prämien sind übertragbar und halten ewig. Silbermitglieder erhalten kostenloses Internet, der Status ist mit zehn Übernachtungen erreicht.
Marriott Rewards: 3700 teilnehmende Hotels (Marriott, Rennaissance, Courtyard, Ritz-Carlton), zehn Punkte Gutschrift pro Dollar, Prämiennacht ab 7500 Punkten, kein Punkteverfall, Silberstatus ab 15 Nächten bringt 20 Prozent mehr Punkte.
www.marriott.de/Bonuspunkte

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