Bloß kein Karneval - Tipps für Kostüm-Muffel

Als Karnevalsmuffel hat man erstaunlich viele Möglichkeiten, dem Trubel zu entkommen.
Als Karnevalsmuffel hat man erstaunlich viele Möglichkeiten, dem Trubel zu entkommen.
Wer in mit Karneval nichts am Hut hat, dem bleibt nur eines: Bloß weg! Wohin? Die Möglichkeiten sind gar nicht mal so schlecht: Nicht nur, dass viele Einkaufszentren geöffnet sind - auch zahlreiche Museen bieten in den wilden Tagen Rückzugsmöglichkeiten. Oder wie wäre es mit einem Kurztrip? Unsere Tipps für Faschingsmuffel.

Köln/Mainz. Alaaf, Helau und Lei-Lei - hoffentlich geht es schnell vorbei: Während sich Narren in den Karnevalshochburgen um den Hals fallen, wollen Faschingsmuffel dem Treiben bloß entfliehen. Möglichkeiten gibt es überraschend viele. Einkaufszentren im Ruhrgebiet buhlen auch am Rosenmontag um Kundschaft, Museen öffnen ihre Türen, Reiseanbieter locken mit Urlauben in "narrenfreien Zonen".

Organisation über Facebook

Einige Hundert Karnevalsmuffel haben sich auf Facebook organisiert. Sie tauschen Tipps zur alternativen Freizeitgestaltung aus und machen sie über die Jecken lustig. Der Großteil der Geschäfte habe am Rosenmontag geschlossen - vor allem in den Innenstädten, sagt die Sprecherin des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen, Anne Schauer, auf dapd-Anfrage. Einige Supermärkte öffneten - schließlich müssten die Narren mit frischen Berlinern versorgt werden. "Das liegt aber im Ermessen jedes einzelnen Händlers", erklärt Schauer.

Glück hat die Kundschaft ohne Pappnasen vor allem im Ruhrgebiet. Der freie Montag lässt sich in großen Kaufhäusern und Einkaufszentren zu einer ausgedehnten Shoppingtour nutzen. "Wir haben Rosenmontag ganz normal geöffnet", sagt Ruhr-Park-Sprecherin, Claudia Monteiro, in Bochum. Die Stadt verbinde schließlich nicht so viel mit Karneval. Auch das CentrO in Oberhausen wirbt traditionell mit "Narrenfreiheit". "Die Geschäfte haben von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet", sagt die Leiterin der Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH, Petra Brabänder. Sie hofft auf hohe Besucherzahlen.

Zwei Museen in Köln geöffnet

Das Stadtmuseum und das Wallraf-Richartz-Museum laden als einzige Sammlungen in Köln auch an den tollen Tagen zu einem Besuch ein. "Wir haben schon seit Jahren an Karneval geöffnet", sagt die Leiterin der grafischen Sammlung des Kölnischen Stadtmuseums, Rita Wagner. Besucher seien Freitag, Samstag und Dienstag herzlich willkommen, etwas über die Geschichte der Stadt zu erfahren.

Altweiber und Rosenmontag macht das Museum allerdings dicht. "Der Zug geht direkt bei uns vorbei", sagt Wagner. Da würde das Gebäude wohl nur als Toilette benutzt. Das Wallraf-Richartz-Museum hat dieses Jahr erstmals zum Karneval geöffnet. "Wir wollten unser Angebot erweitern", sagt Museumsmitarbeiter Christian Nitz. An vielen Tagen fänden Karnevalsveranstaltungen nur abends statt. Tagsüber hätten Touristen und Einheimische Zeit, stünden aber bei Museen häufig vor verschlossenen Türen. Die Sammlung öffnet deswegen Freitag, Samstag und Dienstag regulär von 10.00 bis 18.00 Uhr. Es sei ein guter Zufluchtsort für Verkleidungssmuffel, wirbt Nitz.

Statt "Tätätää" lieber die Stille der Eifel genießen

Rosenmontag sieht es für Karnevalsmuffel kulturell schlecht aus. "Bis Sonntag gibt es mit Opern- und Theatervorstellungen alle Möglichkeiten", sagt der Sprecher der Düsseldorf Marketing und Tourismus GmbH, Roman von der Wiesche. Montag regiere dann der Karneval. Da sei es am besten zu verreisen, um Kamelle, Polonaisen und Bützchen zu entkommen. Tatsächlich seien narrenfreie Urlaube eine Nische, mit der sich der ein oder andere Gast locken lasse, erklärt der Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Nordrhein-Westfalen, Thorsten Hellwig. Wanderführer vom Eifelverein Daun setzt bereits seit drei Jahren auf die Karnevalsflüchter.

"Während der Karnevalstage sind immer viele Touristen in der Eifel", sagt er. Die Leute wollten weg von dem Trubel und sich erholen. Der Verein bietet deshalb auch diesmal drei Wanderungen von 10 bis 15 Kilometer Länge an. "Ich rechne mit mindestens 150 Teilnehmern", sagt Mayer.

Erkundet werden die jüngste Vulkanlandschaft Deutschlands, untergegangene Städte sowie alte Mühlen und Burgen. "Abends ist immer noch genug Zeit, sich Büttenreden im Fernsehen anzuschauen", sagt Mayer. Nicht, dass sich wandernde Karnevalsmuffel dies antun würden. Kurz werden sie durch die Prunksitzungen zappen und sich schließlich zufrieden im Sessel zurücklehnen: "Alaaf, Helau und Lei-Lei - wenn ich wiederkomme ist es endlich vorbei." (dapd)

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