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Auf den Spuren der Eiskönigin – ein Besuch am Hintertuxer Gletscher

Foto: Hintertuxer Gletscher

Tux.. In Hintertux wäre sogar Eiskönigin Elsa vom Disney-Filmhit „Frozen“ beeindruckt. Warum? Am Hintertuxer Gletscher gibt es ein einzigartiges Höhlensystem tief im Gletscher zu erleben – den Natur Eis Palast.

Eintritt in das blaue Wunder

Am unscheinbaren Eingang des Palasts in der Nähe der Bergstation „Gefrorene Wand“ heißt es Helme auf und ab ins Naturschauspiel. Intensives blaues Leuchten schimmert den Entdeckungsfreudigen entgegen. Fast schon mystisch. Das Eis absorbiert alle anderen Farben des Sonnenlichts und reflektiert nur die Blautöne. Vorbei an feucht-kalten Wänden, unter einem Bogen aus feinsten Eiskristallen hindurch – so hauchzart, dass sie bei der kleinsten Berührung zu zerbrechen drohen. So filigran, dass man dem Drang widersteht, sie zu berühren. Zu schön, um sie an der warmen Handfläche schmelzen zu lassen. Hier erlebt man sein blaues Wunder.

Vom engen Tunnel zur weiten Höhle

Roman Erler, der Entdecker der Höhle, führt höchstpersönlich durch den Palast. Die natürlichen Höhlen wurden künstlich miteinander verbunden. Man geht durch den mannshohen Tunnel und plötzlich eröffnet sie sich: die sieben Meter hohe Höhle (A-Spalte), geformt aus Eis. Oben Eisstalaktiten, unten Stalagmiten. Sinterfahnen, die wie geschwungene Vorhänge von der Decke hängen. Abwechselnd raue und glatte Eisflächen. Alles glitzert und funkelt in blau.

Ein Eldorado für die Gletscherforschung

Über Leitern geht es nach unten – immer weiter. Vorbei an der Forschungsstation der Universität Innsbruck mit ihrem 52 Meter tiefen Forschungsschacht. Unter 25 bis 35 Meter dicken Eisschichten entlang. Darüber vergnügen sich die Skifahrer auf der Skipiste – unvorstellbar. Es ist komplett windstill und ruhig – nur die eigenen Schritte und der ein oder andere Wassertropfen sind zu hören

Der Sprung ins eiskalte Wasser – oder die mystische Bootsfahrt

Blaues Licht begleitet den Weg bis zum Gletschersee. Hintertux ist der einzige Ort der Welt, wo eine Bootsfahrt in einem unterirdischen Gletschersee möglich ist. Wem das nicht reicht, der kann sich auch am Stand Up Paddling versuchen oder gar den Sprung ins eiskalte Wasser beim Eisschwimmen wagen. Im Boot gleitet man hingegen einfach sanft dahin und lässt sich vom Farbenspiel und kristallklarem Wasser beeindrucken, bevor es wieder an die Oberfläche geht.

Von Spalten und Höhlen: ein wichtiger Unterschied

Der Eingang zum Palast wurde erst 2007 vom Zillertaler Roman Erler gefunden – dank einer Schneeverwehung, die den Eingang freilegte. Der staunte nicht schlecht, als sich ihm nur 200 Meter von der Bergstation des Gletscherbus 3 „Gefrorene Wand“ entfernt ein solches Naturschauspiel eröffnete. Das Besondere am Natur Eis Palast ist, dass er eben nicht eine Gletscherspalte darstellt, sondern aus mehreren Höhlen besteht. Während eine Spalte nach oben hin geöffnet ist, ist eine Höhle geschlossen. Warum das so außergewöhnlich ist? Gletscher bewegen sich – manche sogar mit bis zu 60 Metern im Jahr (der Hintertuxer Gletscher zurzeit übrigens nur acht Meter). Eine Höhlenbildung ist also eigentlich unmöglich. In Hintertux ist der Gletscher an dieser Stelle aber am Boden festgefroren und damit ungewöhnlich stabil. So konnten das Höhlensystem und der Gletschersee unter 35 Metern Eis entstehen. Der angefrorenen Eisschicht sei Dank konnte der Eis Palast 2008 zugänglich gemacht werden. Und seither fasziniert das Eis die Besucher an 365 Tagen im Jahr bei konstanten 0°C.

Vom Schnee zum Eis und Nachhilfe für Eisköniginnen

Bis eine Schneeflocke zum Gletschereis wird, dauert es übrigens eine Weile. Fällt eine Schneeflocke auf den Gipfel des 3.476 Meter hohen Olperer, wird diese in zehn Jahren in Eis umgewandelt und erreicht erst nach 500 Jahren das untere Ende der Gletscherzunge – wenn sie nicht gerade das Glück hat, in die stabile Eisschicht im Natur Eis Palast zu gelangen.

So lange dauert die Tour durch das Winterwunder für Besucher aber nicht – die 70 Minuten voller Staunen unter Anleitung des Höhlenentdeckers höchst persönlich schmelzen so schnell dahin, wie das Eis auf der warmen Haut. Was bleibt ist die Erinnerung an ein Naturschauspiel, von dem sich auch Eisköniginnen etwas abschauen können.

Sportraum-Nutzung bei schwerem Seegang auf eigene Gefahr

Bei schwerem Seegang steigt das Unfallrisiko an Bord eines Kreuzfahrtschiffes.
Bei schwerem Seegang steigt das Unfallrisiko an Bord eines Kreuzfahrtschiffes.
Foto: dpa
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