ADAC vergleicht Skipässe - So teuer ist das Skifahren

Kirsten Simon
Der Skipass-Vergleich des ADAC zeigt: Sparfüchse bleiben zum Wintersport am besten in Deutschland. Wer nicht aufs Geld achten muss, kann ruhig in die Schweiz reisen. Am teuersten ist die Liftkarte dem Vergleich zufolge in Zermatt.

Essen. Winterurlaub ist ein teurer Spaß. Der Skipass geht ins Geld, und das macht den entscheidenden Unterschied zum Sommerurlaub. In diesem Winter scheinen die Kosten für die Liftkarte nur eine Richtung zu kennen: bergauf. Der ADAC hat sich zum Saisonstart mehr als 600 Skigebiete in den Alpen angesehen und festgestellt, dass die Preise fast überall anziehen. „In den meisten Gebieten wird die Tageskarte zu jeder Saison einen Euro teurer“, sagt Thomas Biersack, Redaktionsleiter des ADAC-Skiguides. Bei ihrem Vergleich haben sich die Tester auch auf die Sechs-Tage-Skipässe in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz konzentriert. Hier steigen die Preise um drei bis fünf Prozent.

Unterm Strich kann man sagen: Wer sparen will, bleibt in Deutschland, wer nicht auf den Euro achtet, darf ruhig in die Schweiz fahren. Am günstigsten sind die sechs Skitage im deutschen Skiverbund Oberammergau, dort zahlen Erwachsene in der Hochsaison 83 Euro. Am teuersten ist die gleiche Zeit in Zermatt/Cervinia an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien – umgerechnet rund 344 Euro, 16 Euro mehr als in der vergangenen Saison. Da muss man durchschnaufen.

Bei seinem Vergleich hat der ADAC aber nur auf die nackten Zahlen geschaut, also nicht die Qualität berücksichtigt. Und der Skiverbund Oberammergau war bislang nun nicht gerade als Wiege des Skilaufens bekannt. Der berühmteste Berg ist hier der Kolbensattel mit seinen sagenhaften sieben Pistenkilometern. Schon mal gehört? Auf der anderen Seite muss man festhalten, dass manche Zermatt-Urlauber allein für das Panorama und die über 300 Pistenkilometer rund um das Matterhorn gerne etwas mehr zahlen. „Der Preis allein macht’s bei der Entscheidung für den Urlaubsort ja nicht“, sagt ADAC-Mann Biersack.

Die sieben teuersten Skigebiete der Alpen liegen nach ADAC-Berechnungen alle in der Schweiz, was wohl auch am ungünstigen Franken-Kurs liegt. Nach Zermatt folgen auf dem Preisgipfel Saas Fee (Sechs-Tage-Skipass ca. 306 Euro), St. Moritz (297), Verbier (285), Flims-Laax (265), Davos/Klosters (258) und die Jungfrau-Region (256). Aber auch andere Länder können teuer: Hinter den Schweizern liegen die Franzosen Chamonix (255) und Les Arcs/La Plagne (254) vor dem Gebiet Superskirama rund um Madonna di Campiglio in Italien (245) und Ischgl (242) als teuerster Region Österreichs.

Wer die sechs Skitage günstig verbringen möchte und keinen Wert auf ein Top-Gebiet legt, ist neben Oberammergau mit dem französischen Les Portes du Mont Blanc in Megève gut bedient, 134,20 Euro kostet der Skipass hier. Der Spartipp in Österreich heißt Zwölferkopf in Pertisau am Achensee (99 Euro), in Italien geht Monte Bondone direkt über Trento als Schnäppchen (129 Euro) durch. Auch wenn man diese Regionen auf der Landkarte vielleicht etwas länger suchen muss – es gibt sie wirklich und sie verfügen sogar über Skilifte.

Gewinner des Jahres ist das Montafon

Von den Preisen einmal abgesehen, haben die ADAC-Tester weitere Ranglisten aufgestellt. Die Gewinner in der Kategorie „Familienfreundlich“ heißen Stubaital und Montafon in Österreich sowie Seiser Alm in Südtirol. Hier sollen auch die Kinder ganz viel Spaß haben und die Pisten zu jedem Leistungsniveau passen.

„Das Preis-Leistungsverhältnis ist grundsätzlich in den großen Skigebieten am besten“, sagt Thomas Biersack. Er nennt Portes du Soleil, das abwechslungsreiche Revier zwischen Frankreich und der Schweiz, und die österreichischen Arenen Ötztal und Arlberg. „Die Skifahrer sind bereit, zwei bis drei Euro mehr am Tag zu zahlen, um dafür ein Top-Skigebiet mit modernen Liften und allen Möglichkeiten zu bekommen.“

Gewinner des Jahres ist aus Sicht der ADAC-Tester das Montafon. Die Österreicher haben zu dieser Saison zwei Skischaukeln verbunden. Durch diese Hochzeit von Silvretta Nova und Silvretta Hochjoch ist das größte Skigebiet Vorarlbergs entstanden.

Und noch ein Hinweis für skifreudige Rentner: Fast jedes Skigebiet bietet Seniorenskipässe zu günstigeren Konditionen an. Unter „Senior“ verstehen sie aber alle etwas anderes. In Sölden, Kühtai oder Kitzbühel gehören schon Sechzigjährige zu den betagteren Skigästen, auf dem Pitztaler Gletscher wird’s erst für die Achtzigjährigen preislich interessant. Für sie gibt’s den Skipass allerdings sogar gratis.